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Das Südpolarmeer rund um die Antarktis hat einen massiven Einfluss auf das Klima der südlichen Halbkugel. Um die Atmosphäre über dem Südpolarmeer zu untersuchen, hat das CSIRO, die australische Forschungsgesellschaft ein neues Schiff, die 94 Meter lange zweckgebaute Investigator eingesetzt. Das Schiff, welches Platz für bis zu 60 Wissenschaftler und Hilfskräfte bietet, ist gerade erst von einer erfolgreichen Testfahrt im Eis der Antarktis nach Hobart zurückgekehrt.

Die RV Investigator ist 94 Meter lang und bietet Platz für 60 Wissenschaftlerund Hilfskräfte.
Die RV Investigator ist 94 Meter lang und bietet Platz für 60 Wissenschaftlerund Hilfskräfte.

Das Schiff wurde entwickelt, um in Wassertemperaturen zwischen -2°C bis +32°C zu operieren, d.h. von der antarktischen Eiskante bis in die Tropen. «Auf der jetzigen Probefahrt haben wir wirklich alles getestet, von den Winden bis zum dynamischen Positionierungssystem, um sicherzustellen, dass alles auch unter sehr kalten Bedingungen funktioniert», erklärt die Geschäftsführerin des Projekts, Ms. Moate. Die Investigator, die eine Reise bis zu 10‘000 Seemeilen zurücklegen kann, trägt permanente Labors an Bord, mit denen der Einfluss von sowohl natürlichen ozeanischen wie auch menschlichen Emissionen auf die Luftzusammensetzung über dem Südpolarmeer untersucht werden kann. Das Aerosollabor beinhaltet spezielles Equipment, um sogar die kleinsten Luftpartikel, die weniger als ein Nanometer gross sind, zu messen. Das Atmosphärenchemielabor an Bord besitzt daneben Instrumente, um die Zusammensetzung der Atmosphäre im Detail zu untersuchen, darunter auch kleinste Mengen an Gasen von menschlichen Aktivitäten.

Die Ausrüstung des Schiffs entspricht dem neuesten Standard der modernen Forschung und bietet die Möglichkeit, Luftpartikel direkt vor Ort zu untersuchen. (Photo: MNF/ Zoran Ristovski)
Die Ausrüstung des Schiffs entspricht dem neuesten Standard der modernen Forschung und bietet die Möglichkeit, Luftpartikel direkt vor Ort zu untersuchen. (Photo: MNF/ Zoran Ristovski)

«Aerosole sind kleine Partikel in der Luft, an denen sich Wassertröpfchen binden. Ohne Aerosole können sich Nebel und Wolken gar nicht erst bilden», erklärt Professor Zoran Ristovski von der Queensland University of Technology, der massgeblich an der Entwicklung und den Tests der Labors beteiligt gewesen war. «Wolken spielen eine wichtige Rolle in den Klimamodellen durch ihre Fähigkeit, einkommendes Sonnenlicht zu reflektieren. Das Südpolarmeer ist ein Hauptantrieb für das Klima und das Wetter in Australien. Lernen wir mehr über die Atmosphäre in diesem Teil der Welt, können wir viel genauere Klimamodelle für die andere Region erstellen.»

Die Nutzung von Wetterballons hat eine lange Tradition in der Meteorologie. (Photo: MNF/ Stewart Wilde)
Die Nutzung von Wetterballons hat eine lange Tradition in der Meteorologie. (Photo: MNF/ Stewart Wilde)

Dr. Robyn Schofield von Erdwissenschaftsdepartment der Universität Melbourne führte ein Team an, welches zehn meteorologische Ballons vom Schiff aus startete, unter sehr fordernden Bedingungen. «Wir nutzten diese Reise, um zukünftige wissenschaftliche Fahrten vorzubereiten, die Sturmfronten im Südpolarmeer untersuchen sollen», meint Dr. Schofield. «So weit entfernt von besiedelten Gebieten zu sein hat es in er Vergangenheit schwierig gemacht, atmosphärische Daten zu sammeln. Diese Labore bilden wirklich einen Unterschied für die Qualität der Beobachtungen, um unsere Klimamodelle zu testen und so nicht zuletzt unsere Fähigkeit, zukünftige Veränderungen des Wetters und des Klimas vorherzusagen.»

Nachdem sich die gesamte Ausrüstung über die Erwartungen hinaus bewährt hatte, ist die erste richtige wissenschaftliche Reise der Investigator am 22. März von Hobart aus in Richtung Südpolarmeer gestartet.

Das Südpolarmeer ist ein wildes Gebiet, um Forschung zu betreiben und die Konstruktion der Schiffe sollte dem Rechnung tragen. (Photo: MNF/ Stewart Wilde)
Das Südpolarmeer ist ein wildes Gebiet, um Forschung zu betreiben und die Konstruktion der Schiffe sollte dem Rechnung tragen. (Photo: MNF/ Stewart Wilde)

Quelle: Queensland University of Technology