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Zum Hundertjährigen Jubiläum der Durchquerung Südgeorgiens durch Sir Ernest Shackleton im Zuge seiner Odyssee, hat der New Zealand Antarctic Heritage Trust (NZAHT) drei jungen Leuten die einzigartige Möglichkeit angeboten. Sie sollen in einem komplett gesponserten Skitouren-Trip im Oktober 2015 die Durchquerung noch einmal durchleben.

Die Insel Südgeorgien mitten im Südatlantik gehört zu den subantarktischen Inseln und war eine der wenigen bewohnten Inseln aufgrund der Walfangstationen. Foto: Katja Riedel
Die Insel Südgeorgien mitten im Südatlantik gehört zu den subantarktischen Inseln und war eine der wenigen bewohnten Inseln aufgrund der Walfangstationen. Foto: Katja Riedel

Nachdem Shackleton’s Schiff Endurance vom Eis zerdrückt worden war, begann eine der unglaublichsten Überlebenskämpfe in der antarktischen Entdeckungsgeschichte. Nach monatelangem Kampf im Packeis erreichten die Männer der Endurance offenes Wasser und segelten mit drei kleinen Rettungsbooten nach Elephant Island. Von dort aus unternahm Shackleton mit fünf weiteren Gefährten den waghalsigen Versuch, 800 Seemeilen im Boot James Caird zurückzulegen und die Insel Südgeorgien zu erreichen.

In einem verzweifelten Versuch, Hilfe zu organisieren, liess Sir Ernest Shackleton eines der Rettungsboote seetüchtig machen und segelte mit fünf Männern in nur 16 Tagen von Elephant Island nach Südgeorgien. Bild: Frank Hurley
In einem verzweifelten Versuch, Hilfe zu organisieren, liess Sir Ernest Shackleton eines der Rettungsboote seetüchtig machen und segelte mit fünf Männern in nur 16 Tagen von Elephant Island nach Südgeorgien. Bild: Frank Hurley

Unglücklicherweise zwangen die Bedingungen das Team auf die unbewohnte Seite der Insel anzulanden. In einem letzten verzweifelten Aufbringen aller Kräfte marschierten Shackleton, Frank Worsley und Tom Crean in nur 36 Stunden über den vergletscherten, steilen und unkartografierten Innenbereich der Insel und erreichten die Walfangstation Stromness am 19. Mai 1916.

Mit dem Programm «Inspiring Explorers Expedition 2015» möchte nun die NZAHT drei jungen Menschen in den Zwanzigern die einmalige Gelegenheit geben, diesen Teil der Reise quer durch Südgeorgien zu wiederholen, und zwar in einer vollkommen gesponserten Expedition. Das Ziel ist es, junge Leute zu ermutigen die physische Welt zu erkunden, zu lernen und sie zu inspirieren, andere zu inspirieren. Die Patronage dieser Expedition wird von Sir Ernest Shackletons Enkelin, der ehrenwerten Alexandra Shackleton übernommen. Die drei glücklichen Jugendlichen, die ausgewählt werden, werden nominell die Nationalitäten der drei Helden, nämlich Grossbritannien (Shackleton), Irland (Crean) und Neuseeland (Worsley) repräsentieren.

Nach ihrer Ankunft in Stromness erhielten Shackleton, Crean und Worsley zuerst ein Bad und neue Kleidung. Danach holte ein Schiff die beiden zurückgebliebenen Mitglieder in der King Haakon Bucht ab.
Nach ihrer Ankunft in Stromness erhielten Shackleton, Crean und Worsley zuerst ein Bad und neue Kleidung. Danach holte ein Schiff die beiden zurückgebliebenen Mitglieder in der King Haakon Bucht ab.

Die geplante Expedition wird Teil einer bereits existierenden kommerziellen Fahrt nach Südgeorgien sein, die von der Gesellschaft One Ocean Expeditions an Bord der Akademik Sergey Vavilov durchgeführt wird. Das Expeditionsteam wird nach Port Stanley auf den Falklandinseln fliegen und danach an Bord der Vavilov in die King Haakon Bucht auf Südgeorgien reisen. Der Plan sieht dort einen Ausstieg und die Durchquerung Südgeorgiens nach Stromness vor, vor allem auf Skis. In Stromness wird das Team dann wieder aufgenommen und führt die Umrundung von Südgeorgien fort. Das Endziel wird darauf wieder Ushuaia, Argentinien, sein. Die Durchquerung selbst soll mehrere Tage dauern, über Berge und Gletscher. Während dieser Zeit wird das Team selbst für sich sorgen. Unter den Mitgliedern des Teams wird auch der Geschäftsführer der NZAHT, Nigel Watson sein. Angeführt wird die Gruppe von zwei professionellen, international anerkannten Bergführern von One Ocean Expeditions.

Quelle: New Zealand Antarctic Heritage Trust