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Die Erforschung der polaren Regionen wird von einigen Ländern weiter vorangetrieben. Denn unsere Kenntnisse über diese Gebiete sind immer noch sehr lückenhaft. Im Zuge der technischen Weiterentwicklung erhalten die Forscher auch immer bessere Plattformen, um wissenschaftlich arbeiten zu können. Eines der wichtigsten Instrumente dazu sind die Eisbrecher, die nicht nur als Transporter fungieren, sondern mittlerweile richtige Basen sind, von wo aus Forschungsprojekte betrieben werden. Grossbritannien hat nun seine jüngsten Pläne für einen neuen Eisbrecher veröffentlicht, um seine Rolle in der Polarforschung zu untermauern.

Geplant ist, den Eisbrecher erstmals im Jahr 2019 auf seine erste wissenschaftliche Mission zu schicken.
Geplant ist, den Eisbrecher erstmals im Jahr 2019 auf seine erste wissenschaftliche Mission zu schicken.

Der britische Schatzkanzler Hon George Osborne hat am 25. April 2014 angekündigt, dass die britische Regierung £200 Millionen Pfund, ca. 245 Millionen Euro, für den Bau eines neuen Polarflaggschiffes bereitstellen werde. Geplant ist, das Schiff im Jahr 2019 auf seine erste wissenschaftliche Mission zu schicken. Gehören soll es nach den Plänen der Regierung dem NERC (Natural Environment Research Council) und betreiben wird es die British Antarctic Survey im Interesse der britischen Polarwissenschaftsgemeinschaft. Das neuesten Gesichtspunkten der Wissenschaft gebaut Schiff soll die nächste Generation der britischen Meeresforschung in der Arktis und der Antarktis an der Weltspitze halten.

Als eine der führenden Nationen ist Grossbritannien auf neuste Technik angewiesen, wenn es um die Erforschung der Antarktis geht.
Als eine der führenden Nationen ist Grossbritannien auf neuste Technik angewiesen, wenn es um die Erforschung der Antarktis geht.

Die Direktorin des «British Antarctic Survey» (BAS), Professor Jane Francis sagt: «Das ist eine aufregende Zeit die britische Polarforschung und ich bin hocherfreut über diese Ankündigung. Es signalisiert eine klare Zusage der Regierung und des NERC zur Erhaltung und Förderung der Fähigkeit Grossbritanniens, weltweit führend in der Forschung in den Polregionen zu sein. Die letzten 15 – 20 Jahre haben bemerkenswerte Entwicklungen in Wissenschaft und Technik gebracht. Diese neuen Technologien in ein neues, eisverstärktes Forschungsschiff einzubauen, bietet eine wesentliche Veränderung in Grossbritanniens Fähigkeit, mehr und bessere Wissenschaft zu betreiben. Es sind fantastische Neuigkeiten für unsere Forschungsteams von BAS, für unsere Partner innerhalb der britischen Universitäten und für unsere Zusammenarbeiten mit anderen nationalen Polarbetreibern. Wir freuen uns sehr darauf, bei der Entwicklung der Spezifikationen mitzuhelfen, um die optimale Nutzung der neuesten Technologien in der marinen Robotik und ferngesteuerter Instrumente zu erzielen».

Der neue Eisbrecher soll den 1990 gebaute und nun in die Jahre gekommene Eisbrecher «HMS Endurance» ablösen.
Der neue Eisbrecher soll den 1990 gebaute und nun in die Jahre gekommene Eisbrecher «HMS Endurance» ablösen.

Das neue Flaggschiff soll die besten Merkmale der beiden existierenden Polarforschungsschiffe enthalten: Es soll aber grösser sein, eine grössere Beständigkeit und Eisgängigkeit haben und so Wissenschaftler die Möglichkeit geben, Forschungsfahrten früher in der Saison zu beginnen. Professor Mike Meredith, Leiter des BAS Polarmeerforschungsprogramm und stellvertretender Wissenschaftsdirektor erklärt: «Das Verständnis über die polaren Ozeane ist der Schlüssel zum Verständnis der Fragen über unsere globale Umwelt. Während der letzten 100 Jahre haben britische Wissenschaftler unglaubliche Entdeckungen über unseren Planeten gemacht. Beispielsweise wissen wir heute, dass das Südpolarmeer eine riesige natürliche Senke ist, die Kohlendioxid absorbiert und unser Klima steuert. Unsere Langzeitstudien haben geholfen, die marinen Nahrungsketten zu verstehen und haben sich als äusserst nützlich für die nachhaltige Verwaltung der kommerziellen Fischerei erwiesen. Untersuchungen der Tiefsee haben vitale Entdeckungen über die marine Vielfalt geliefert und haben eine internationale Erfassung über das Meeresleben inspiriert. Mit den neuesten technologischen Entwicklungen sind wir in der Lage, schiff-basierte Wissenschaft und Robotik miteinander zu verbinden, um so zu untersuchen, was passiert, wenn Meerwasser die antarktischen Eisschelfe abschmelzen und wie dies den zukünftigen Anstieg des Meeresspiegels beeinflusst. In der Arktis haben unsere Untersuchungen neue Erkenntnisse über die Konsequenzen des schrumpfenden Meereises für die Meeresströmungen, das Klima und die Ökosystem gebracht. Dieses neue Schiff wird auf diesem Vermächtnis international herausragender Forschung aufbauen und wird zu bahnbrechenden und aufregenden Entdeckungen führen. Diese werden ultimativ neues Wissen bringen, von dem sowohl die Gesellschaft wie auch die Wirtschaft profitieren werden».

Geplant ist auch die Fähigkeit, ferngesteuerte Tiefseefahrzeuge tragen zu können.
Geplant ist auch die Fähigkeit, ferngesteuerte Tiefseefahrzeuge tragen zu können.

Das neue Polarschiff wird neue flexible Laborkonfigurationen enthalten und auch die Möglichkeit für zusätzliche Containerartige Labors beinhalten. Ausserdem soll es mit hochentwickelten Umweltbeobachtungssystemen ausgestattet sein, die Daten aus der Tiefsee, der Meeresoberfläche und der Atmosphäre liefern können. Geplant ist auch die Fähigkeit, ferngesteuerte Tiefseefahrzeuge tragen zu können, die auch mit den harschesten Bedingungen fertig werden sollen und auf bisher unerreichte Weise den Meeresboden erkunden sollen. Das Schiff soll als zentrale Stelle fungieren, von der aus automatische Wasserfahrzeuge operieren können und so die gesammelte Datenmenge vergrössern werden. Diese Daten sollen den Mittelpunkt für die britische Polarforschung der kommenden Jahrzehnte bilden. Technisch gesehen wird das Schiff eine grössere Eisgängigkeit aufweisen und längere Fahrten durchführen können, die, gepaart mit der Verwendung von Hubschraubern, die geographische Reichweite massiv vergrössern sollen. Diese verbesserte Reichweite wird neue Gebiete für die Wissenschaft und neue Möglichkeiten für die Wirtschaft eröffnen und wird klar die britische Präsenz in der Antarktis und dem Südpolarmeer demonstrieren und verstärken.

Quelle: British Antarctic Survey, www.antarctica.ac.uk