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Eine französische Nordpol-Expedition wurde durch den Gouverneur Spitzbergens vorzeitig im Duvefjord beim Nordaustland beendet. Die Abenteurer Gilles und Alexia Elkaim hatten geplant sich nach dem Vorbild von Fridtjof Nansen mit ihrer Yacht Arktika im Eis einfrieren zu lassen und zum Nordpol zu driften.

Das französische Expeditionsschiff Arktika im Adventfjord, nach dem Abschleppen durch die Polarsyssel. Bild: Bjørn Franzen
Das französische Expeditionsschiff Arktika im Adventfjord, nach dem Abschleppen durch die Polarsyssel. Bild: Bjørn Franzen

Die französische Nordpol-Expedition der beiden Abenteurer Gilles und Alexia Elkaim auf der Arktika wollte es Fridtjof Nansen nachmachen, von 1893-96 war er mit seinem Schiff der Fram im Treibeis über den Arktischen Ozean gedriftet. Nach ihrer Fahrt von der Barents-See in die Nordostpassage bis zu den Neusibirischen Inseln sollte die Arktika im Treibeis eingefroren werden und mit dem Eis nach Norden driften. Eine Reise zum Nordpol mit Hundeschlitten war ebenfalls als Teil der mehrjährigen Expedition geplant.

Sieben Schlittenhunde befanden sich ebenfalls an Bord der Arktika. Sie sollten für die Schlittenreise bis zum Nordpol eingesetzt werden. Bild: Arktika/Facebook
Sieben Schlittenhunde befanden sich ebenfalls an Bord der Arktika. Sie sollten für die Schlittenreise bis zum Nordpol eingesetzt werden. Bild: Arktika/Facebook

Nun hat die Expedition in Spitzbergen ein vorzeitiges Ende gefunden. Schlechtes Wetter und Eis hatten die Abenteurer zur vorläufigen Umkehr gezwungen, nachdem die Arktika Kvitøya, die östliche Insel des Archipels, in Richtung Osten verlassen hatte. Das Schiff suchte im Duvefjord Schutz vor dem stürmischen Wetter. Zufolge des Expeditonsblogs war die Situation dort wetterbedingt zeitweise schwierig. Der nahe Polarnacht und die Notwendigkeit einer Reparatur der Yacht führten zu der Entscheidung vor Ort zu überwintern. Hierfür gab es allerdings keine Genehmigung von den norwegischen Behörden. Auch kann eine solche Genehmigung nicht innerhalb kurzer Zeit erteilt werden.

Kapitän Gilles Elkaim wurde mehrfach von den Behörden verhört, sein Computer und i-pad wurden konfisziert. Bild: Arktika/Facebook
Kapitän Gilles Elkaim wurde mehrfach von den Behörden verhört, sein Computer und i-pad wurden konfisziert. Bild: Arktika/Facebook

Anfang Oktober beantragte Kapitän Elkaim eine Genehmigung für die Überwinterung beim Sysselmannen. Fünf Tage später bekam die Arktika Besuch vom Hubschrauber des Sysselmannen. Dies hatte die Beschlagnahme der Pässen und Papieren der Besatzung zur Folge. Bald darauf wurde die Yacht vom Regierungsschiff Polarsyssel nach Longyearbyen abgeschleppt. Als Gründe hierfür wurden von der Behörde sowohl mechanische als auch gesetzliche Probleme genannt. Die Abenteurer hingegen versichern auf der Facebookseite der Expedition, dass die Lage im Duvefjord unter Kontrolle war und dass das Abschleppen nicht notwendig gewesen wäre. Im Gegenteil, bei stürmischen Bedingungen das Abschleppen ein Risiko für Boot und Besatzung einschließlich der Hunde dar. Die Handhabung und der Kontakt mit der Besatzung der Polarsyssel wurde jedoch positiv bewertet, er sei professionell und freundlich gewesen.

Die Arktika ist eine fantastisch ausgestattete Yacht mit modernster Elektronik. Sie hat etwa 20000 Seemeilen im Arktischen Ozean einschließlich der Nordwest- und Nordostpassage hinter sich. Bild: Arktika/Facebook
Die Arktika ist eine fantastisch ausgestattete Yacht mit modernster Elektronik. Sie hat etwa 20000 Seemeilen im Arktischen Ozean einschließlich der Nordwest- und Nordostpassage hinter sich. Bild: Arktika/Facebook

Zurück in Longyearbyen wurde Gilles Elkaim mehrfach von den Behörden verhört, sein Computer und i-pad wurden konfisziert. Den sieben Hunden an Bord wurde es erst nach 7 Tagen erlaubt das Schiff zu verlassen und sich an Land zu bewegen. Dabei waren die Papiere für die Einfuhr der Hunde nach Svalbard bereits im Juli eingereicht worden. Der Tierarzt vor Ort hatte ebenfalls die notwendigen Impfungen und den Gesundheitszustand der Hunde bestätigt. Die rechtliche Aufarbeitung der Situation wird die Juristen beider Seiten einige Zeit beschäftigen, die Expedition ist unterdessen zumindest vorerst beendet und die Artktika bleibt in Longyearbyen.

Quelle: Rolf Stange in Spitzbergen.de, Facebookseite der Arktika-Expedition, The Independent Barents Observer