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Manche Leute denken, dass auf Inseln immer wieder interessante Dinge und Schätze vergraben sind. Für eine Gruppe von Wissenschaftlern scheint sich dies auf Bjørnøya zu bewahrheiten, einer kleinen Insel zwischen den norwegischen Festland und Svalbard. Dort haben Archäologen ein Grab mit dem Skelett eines jungen Mannes in Nordhamna ausgegraben.

Ein Team von Archäologen auf Bjørnøya, einer kleinen Insel zwischen Spitzbergen und Norwegen, scheint ein Geheimnis gelöst zu haben nachdem sie ein Grab in Nordhamna ausgraben haben. Mit Atemschutzmasken und DNA-freien Handschuhen ausgerüstet, gruben sie vorsichtig ein Skelett frei. Nach genauer Untersuchung des Skeletts kamen sie zu dem Schluss: «Die unbeschädigten Zähne bedeuten, dass es sich um eine junge Person handeln muss, die nicht lange genug lebte um die Zähne abzunutzen», schrieb Arild Skjaeveland Vivås, ein Archäologe und Grabungsleiter. «Die Nähte im Schädel sind auch sehr deutlich sichtbar. Beim Menschen sind diese Nähte ausgeprägter in den 20ern und in der Regel recht unscheinbar bei älteren Menschen.»

Es scheint eher wie eine Szene aus der CSI-Krimiserie, wenn Forscher Unmengen von Sand auf der Suche nach Spuren durchsieben. Sie suchen nach Hinweisen auf die Todesursache von mehreren Menschen, die auf der Insel gefunden wurden. Bild: Meteorologische Station Bjørnøya
Es scheint eher wie eine Szene aus der CSI-Krimiserie, wenn Forscher Unmengen von Sand auf der Suche nach Spuren durchsieben. Sie suchen nach Hinweisen auf die Todesursache von mehreren Menschen, die auf der Insel gefunden wurden. Bild: Meteorologische Station Bjørnøya

Darüber hinaus gab es nur wenige Frauen auf der Insel, die von Walfängern im Laufe des vergangenen Jahrhunderts bevölkert war. Alle geschlechtsspezifischen Gräber wurden für Männer gegraben, sagte Vivås weiter. «Zusammenfassend kann man sagen, dass es mehrere Faktoren gibt, die uns derzeit nahelegen, dass es sich um einen jungen russischen Walfänger handelt, der hier direkt neben der Station, wo er seine letzten Tage verbrachte, begraben wurde», schrieb der Archäologe. Die sterblichen Reste wurden an das Svalbard Museum geschickt, wo man nach detaillierter Analyse hofft, die Theorie entweder zu bestätigen oder zu widerlegen.

Die Grabuntersuchung ist Teil eines ersten Projektes auf der Insel. Der Plan ist es, weitere Gräber zu untersuchen und zu dokumentieren und weitere Ruinen, die derzeit der Erosion ausgesetzt und gefährdet sind, zu katalogisieren. In den vergangenen Monaten untersuchten die Archäologen ein Massengrab mit 14 Leichen, die eventuell Opfer von Morden gewesen waren.

Es kursieren verschiedene Gerüchte und Geschichten über Massenmorde und Tote auf Bjørnøya. Doch es handelt sich dabei eben nur um Geschichten. Die Forscher möchten nun die Wahrheit um die Toten von Bjørnøya aufdecken. Bild: Dag Naevstad, Sysselmannen
Es kursieren verschiedene Gerüchte und Geschichten über Massenmorde und Tote auf Bjørnøya. Doch es handelt sich dabei eben nur um Geschichten. Die Forscher möchten nun die Wahrheit um die Toten von Bjørnøya aufdecken. Bild: Dag Naevstad, Sysselmannen

Historische Fotos zeigen, dass einige Gräber bereits von Erosion zerstört wurden. Knochen von Menschen und Tieren ragen aus den Klippen, die vor sich hin bröckelt. Vivås betont, dass die nächste Arbeit des Teams sein wird, weitere bedrohte Schichten zu prüfen und nach weiteren Gräbern zu suchen, die von der Erosion bedroht sind.

Quelle: Icepeople