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Der deutsche Alfred Wegener gehört zu bekanntesten europäischen Polarforscher. Vor allem seine Grönlandexpeditionen haben ihn weltbekannt gemacht. Nun sind die Tagebücher der Grönlandexpedition 1906 – 08 veröffentlicht worden.  Eine Besonderheit sind die 70 handgezeichneten Skizzen aus Wegeners Tagebüchern, die mit großem Aufwand digital aufbereitet wurden. Dr. Reinhard Krause hat die Tagebücher um erläuternde Anmerkungen ergänzt.

Der deutsche Polarforscher Alfred Wegener unternahm insgesamt 4 Expeditionen nach Grönland. Er starb wahrscheinlich im November 1930 während einer Expeditionstour. Sein Tagebuch von damals blieb verschollen. Bild: AWI
Der deutsche Polarforscher Alfred Wegener unternahm insgesamt 4 Expeditionen nach Grönland. Er starb wahrscheinlich im November 1930 während einer Expeditionstour. Sein Tagebuch von damals blieb verschollen. Bild: AWI

Der Wissenschaftshistoriker Dr. Reinhard Krause hat eine neue Fassung der Tagebücher Alfred Wegeners, dem Namenspatron des Helmholtz-Zentrums für Polar- und Meeresforschung, herausgegeben. Die Tagebücher wurden von 1906 bis 1908 geführt. Mit ihnen kann der Leser den Meteorologen und Polarforscher auf seiner dänischen Expedition nach Nordostgrönland begleiten. Die Expedition leitete damals der dänische Grönlandforscher Ludvig Mylius-Erichsen. Reinhard Krause hat die Tagebücher um erläuternde Anmerkungen ergänzt. Sie wurden jetzt in „Berichte zur Polar- und Meeresforschung – Reports on Polar and Marine Research“ publiziert und sind dort frei zugänglich.

Die Danmark-Expedition von 1906 – 08 hatte die Kartographierung der letzten unbekannten Gebiete Grönlands zum Ziel. Wegener (Hinten, 2.v.r.) baute dabei die erste Wetterstation auf Grönland. Bild: Martin Johannes Kundstrup
Die Danmark-Expedition von 1906 – 08 hatte die Kartographierung der letzten unbekannten Gebiete Grönlands zum Ziel. Wegener (Hinten, 2.v.r.) baute dabei die erste Wetterstation auf Grönland. Bild: Martin Johannes Kundstrup

Wegeners Untersuchungen der Atmosphäre der Hocharktis hätten Pioniercharakter gehabt, schreibt Reinhard Krause. Er sieht die Expedition vor dem Hintergrund der Um- und Aufbruchstimmung des Expressionismus: „Es waren die Expeditionen der Visionen und Illusionen“, so Reinhard Krause. Eine Besonderheit der Ausgabe sind die 70 handgezeichneten Skizzen aus Wegeners Tagebüchern, die mit großem Aufwand digital aufbereitet wurden. In einer differenzierten einleitenden Betrachtung ordnet Reinhard Krause die Expedition, der international bislang nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, in ihren wissenschaftshistorischen Kontext ein, und schlägt dabei die Brücke bis zur Gegenwart. So gehen die gemeinsamen Aktivitäten des AWI und des Institut Polaire Francais Paul Emile Victor an der 1991 gegründeten Koldewey Station auf Spitzbergen auf Wegeners Arbeit zurück.

Das Werk ist durch die finanzielle Unterstützung der Akademie der Wissenschaften in Hamburg und des AWI ermöglicht worden. Das Deutsche Museum in München ist Leihgeber des Tagebuchs gewesen. Darüber hinaus hat das Arktisk Institut in Kopenhagen wichtige Quellen und Photographien zur Verfügung gestellt.

Diese Aufnahme ist das letzte Bild von Wegener (links). Er starb während einer Tour mit Rasmus Villumsen (rechts), der ebenfalls verschollen ist und mit ihm Wegeners Tagebücher. Bild: AWI
Diese Aufnahme ist das letzte Bild von Wegener (links). Er starb während einer Tour mit Rasmus Villumsen (rechts), der ebenfalls verschollen ist und mit ihm Wegeners Tagebücher. Bild: AWI

Quelle: Alfred-Wegener-Institut