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Der Franz-Josef-Land-Archipel ist die nördlichste Landmasse und Teil des russischen Festlandes. Als westlicher Eingang in die Nordostpassage und zum Nordpol besitzt der Archipel grosse strategische Bedeutung für die Regierung in Moskau. Mit dem erneuten Interesse Russlands an der Arktis und seinen Rohstoffen haben die Behörden die Errichtung einer Militärbasis auf einer der Inseln zur Chefsache gemacht. Nach 3 Jahren Bauzeit hat der Gebäudekomplex bei der Nagurskoye Station auf der Aleksandra Land seine Türen geöffnet und wurde sogar von Präsident Putin und einer hochrangigen Delegation besucht.

Der neueste Militärkomplex auf der Aleksandra Land ist die nördlichste und grösste von Menschen gebaute Konstruktion in der Arktis. Sie dient als Hauptbasis der ganzen Region. Bild: Russische Verteidigungsministerium
Der neueste Militärkomplex auf der Aleksandra Land ist die nördlichste und grösste von Menschen gebaute Konstruktion in der Arktis. Sie dient als Hauptbasis der ganzen Region. Bild: Russische Verteidigungsministerium

Der 14 Hektaren grosse Militärkomplex bei der Station Nagurskoye auf Aleksandra Land, der nördlichsten der Inseln im Archipel ist fertiggestellt und bezugsbereit. Das russische Verteidigungsministerium hat nun Bilder der Basis, die als der grösste Gebäudekomplex in der gesamten Arktis gilt, veröffentlicht. Die Station ist in den russischen Farben gestrichen und bietet Raum für bis zu 150 Soldaten. In der Nähe liegt auch der ausgebaute Militärflughafen, der zusammen mit der Station Teil von Moskaus Modernisierungsplänen  der militärischen Infrastruktur in der Arktis darstellt. Als der Bau der Station 2014 begann, sagte Verteidigungsminister Sergei Shoygu, dass eine der Prioritäten Moskaus die Entwicklung der militärischen Infrastruktur in der Arktis sei. „Eine konstante militärische Präsenz in der Arktis und eine Möglichkeit, die staatlichen Interessen durch das Militär zu schützen werden als essentieller Teil der allgemeinen Politik betrachtet, die nationale Sicherheit zu gewährleisten“, erklärt Shoygu damals. Letzten Monat präsentierte der Verteidigungsminister voller Stolz Präsident Putin die neue Station- Mit ihm besuchte eine hochrangige Delegation Franz-Josef-Land: Premierminister Dimitry Medvedev, der Minister für Rohstoffe und Ökologie Sergey Donskoi, und der Ex-Verteidigungsminister und jetzige Sondergesandte für Transport Sergei Ivanov.

Die Basis wurde nach den neuesten Erkenntnissen gebaut und kann bis zu 150 Soldaten versorgen. Daneben liegt der Flughafen und die gesamte Basis soll für eine lange Zeit auch völlig autonom operieren können. Bild: Russisches Verteidigungsministerium
Die Basis wurde nach den neuesten Erkenntnissen gebaut und kann bis zu 150 Soldaten versorgen. Daneben liegt der Flughafen und die gesamte Basis soll für eine lange Zeit auch völlig autonom operieren können. Bild: Russisches Verteidigungsministerium

Der vier- bis fünfstöckige und dreiarmige Gebäudekomplex besitzt ein eigenes Heizkraftwerk, Treibstoff- und Öldepots, Lager für Nahrungsmittel und Kleidung, Abwasseranlagen und Garagen für den Unterhalt des Equipments. Alles ist darauf ausgelegt, unabhängig unter den harschen klimatischen Bedingungen der Arktis zu operieren. Seine Lage auf dem 80. Breitengrad macht den Militärkomplex zur grössten, von Menschen gebauten Struktur im hohen Norden. Der Komplex ist 2 Hektaren grösser als das Universitätsgelände in Longyearbyen, errichtet 2006 und „nur“ auf 78 Grad Nord gelegen. Nahe des Hauptgebäudes liegt auch die weltnördlichste orthodoxe Kirche aus Holz, bisher in Barentsburg gelegen.

Die Militärbasis auf Aleksandra Land ist nur ein Komplex in Russlands Plänen die arktischen Streitkräfte zu modernisieren. Auf Wrangel Island ist gegenwärtig ein weiterer ähnlicher Komplex im Bau. Bild: Russisches Verteidigungsministerium
Die Militärbasis auf Aleksandra Land ist nur ein Komplex in Russlands Plänen die arktischen Streitkräfte zu modernisieren. Auf Wrangel Island ist gegenwärtig ein weiterer ähnlicher Komplex im Bau. Bild: Russisches Verteidigungsministerium

Quelle: Thomas Nilsen, The Independent Barents Observer