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Der Fund eines dorschartigen Fisch in etwa 45 Millionen Jahre alten Ablagerungen der Antarktis widerlegt bisherige Theorien zur Entstehung dieser Fischgruppe. Demnach hat zumindest ein Teil der Dorschartigen, zu denen viele heutige Speisefische gehören, seinen Ursprung nicht im Nordatlantik, sondern am entgegengesetzten Ende der Erde, in antarktischen Gewässern.

Der Coryphaenoides leptolepis kann eine Körperlänge von etwa 62,0 Zentimeter erreichen und er hält sich im östlichen Atlantischen Ozean in Tiefen zwischen 610 und 4.000 Metern auf.
Der Coryphaenoides leptolepis kann eine Körperlänge von etwa 62,0 Zentimeter erreichen und er hält sich im östlichen Atlantischen Ozean in Tiefen zwischen 610 und 4.000 Metern auf.

Doch Wissenschaftler haben nun das unvollständige Fossil eines Grenadiers, einer in der Tiefsee lebenden Art der Dorschartigen, in etwa 45 Millionen Jahre alten Ablagerungen der antarktischen Halbinsel entdeckt. Dieser Fund belegt, dass die Grenadierfische später und vor allem räumlich weit entfernt von den Dorschen entstanden sein müssen. Sie entwickelten sich offensichtlich in den flachen Meeresbereichen auf der Südhalbkugel, zu einer Zeit, als Südamerika, Australien und die Antarktis noch den Superkontinent Gondwana bildeten.

Gondwana umfasste vor ca. 40 Millionen Jahre die damals in einer Landmasse zusammenhängenden Kontinente Südamerika, Afrika, Antarktis, Australien, Madagaskar und Indien.
Gondwana umfasste vor ca. 40 Millionen Jahre die damals in einer Landmasse zusammenhängenden Kontinente Südamerika, Afrika, Antarktis, Australien, Madagaskar und Indien.

Noch bevor Südamerika und die Antarktis vor etwa 40 Millionen Jahren durch die sich öffnende Drake- Passage voneinander getrennt wurden, wanderten die Grenadiere entlang der Nordküste der Antarktis in den südlichen Atlantik ein. Ähnlich den Dorschen passten auch sie sich sehr früh in ihrer Evolution an die Tiefsee an. Diese beiden zeitlich kurz aufeinander folgenden Anpassungen und ihre sehr rasche weltweite Ausbreitung, ausgehend von zwei weit auseinander liegenden Punkten auf der Nord- und Südhalbkugel waren vermutlich für den enormen Erfolg und die grosse artenreiche Diversität der Dorsche und Grenadiere verantwortlich.

Der Rundnasen-Grenadier lebt im nördlichen Atlantik. Sein Verbreitungsgebiet reicht von der Küste Norwegens, südlich bis in die Biskaya und über Island und den Süden Grönlands bis zur Baffininsel und Neufundland.
Der Rundnasen-Grenadier lebt im nördlichen Atlantik. Sein Verbreitungsgebiet reicht von der Küste Norwegens, südlich bis in die Biskaya und über Island und den Süden Grönlands bis zur Baffininsel und Neufundland.

Seit etwa 25 Millionen Jahren sind diese Fische perfekt an ihre Lebensräume angepasst. Der derzeitige Druck des Menschen auf die Dorschartigen führt jedoch allmählich zum Aussterben eines für marine Ökosysteme wichtigen Fisches mit einer sehr langen und erfolgreichen evolutiven Geschichte.

Quelle: Humboldt-Universität Berlin