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Im Meer südlich von Australien driftet ein riesiger Eisberg in Richtung des fünften Kontinents. Er war im April 2000 vom Ross-Eisschelf abgebrochen. Damals war die Scholle mit der Bezeichnung B17 noch viel grösser. Der Eisberg treibt nun schon seit einem Jahr im offenen Meer. Entdeckt wurde der kalte Riese von Neal Young von der «Australian Antarctic Division» beim auswerten von Satellitenbildern der Raumfahrtbehörden Esa und Nasa.

Eisberg-B17B

Für Wissenschaftler handelt es sich dabei um ein Jahrhundertereignis. Der 19 Kilometer lange und 8 Kilometer breite Eisberg mit der Bezeichnung B17B hat es ungewöhnlich weit nach Norden geschafft. Der Eisberg sei einer der grössten welcher je in diesen Breiten entdeckt wurde. Young sagte, in den wärmeren Gewässern werde der eisige Riese nun in hunderte kleinerer Exemplare zerfallen. Australien hat vorsorglich die Schifffahrt vor dem Eisberg gewarnt. Solange die Kapitäne aufpassen kann eigentlich nichts passieren. Und für so manchen Inselbewohner könnte es ein historischer Moment werden, wenn er den ersten treibenden Eisberg seines Lebens sieht. Dennoch sei es aussergewöhnlich, dass es ein so grosser Eisberg so weit nach Norden schafft. Momentan befindet sich der Eisberg B17B circa 1.700 Kilometer südlich des fünften Kontinents.

Eisberg--B15
Bisheriger Rekordhalter ist der Eisberg B15, welcher im März 2000 in der Nähe von Ross-Island abgebrochen ist.

B15 brach alle Rekorde

Im März 2000 ist der grösste je registrierte Eisberg mit der Bezeichnung B15 vom Ross-Eisschelf abgebrochen. Seine Ausmasse waren mit 295 x 37 Kilometer gigantisch und B15 sorgte in den darauffolgenden Jahren für Schlagzeilen. Von der Weltpresse kaum beachtet lösten sich einige Wochen später die Eisberge B16 und B17 vom Schelfeis.

Auch B17 mit einer Grundfläche von 400 Quadratkilometer war relativ gross. Nach dem Auseinanderbrechen von B17 erhielt der grössere Teil die Bezeichnung B17A, der kleinere nun vor Australien aufgetauchte Eisberg die Bezeichnung B17B.

Kürzlich waren bereits zwei grosse Eisberge nahe der zu Australien gehörenden Macquarie-Inseln im Pazifik gesichtet worden. Über 100 kleinere Stücke davon trieben in Richtung Neuseeland. Für den Glaziologen Neal Young ist dies ein sehr ungewöhnliches Phänomen. Wenn die Meerestemperatur jedoch durch die Erderwärmung ansteigen würde, könnten solche Erscheinungen in Zukunft häufiger vorkommen.