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Blauwale sind die grössten Tiere, die jemals auf diesem Planeten existierten. Bis weit in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden die Tiere gejagt und erholen sich seither nur langsam. Nun hat eine Forschergruppe um Catherine Attard, eine Doktorandin der Macquarie Universität in Sydney, Hinweise, dass die Tiere ihre Ökologie verändern, entweder aufgrund des Walfangs oder des Klimawandels.

Blauwal Flucke

Trotz ihrer Grösse gehören Blauwale noch immer zu den weissen Flecken auf der Forschungsweltkarte und unser Wissen um ihre Lebensweise wird nur langsam erweitert. «Unsere Studie hat einige wichtige Teile zu dem immer noch riesigen und lückenhaften Puzzle hinzugefügt», sagt Catherine Attard, die ihre Resultate in der renommierten Fachzeitschrift «Molecular Ecology» veröffentlicht hat. «Sie kennen keine Ländergrenzen, was ihren Bewegungsradius betrifft und die Grösse der Ozeane macht es sehr schwer, sie richtig zu studieren», meint sie weiter.

In der südlichen Halbkugel gibt es zwei Unterarten von Blauwalen, der antarktische Blauwal (Balaenoptera musculus intermedia) und den Zwergblauwal (Balaenoptera musculus brevicauda). Aufgrund der historischen Walfangdaten vermutete man, dass die erstere Unterart in den Gewässern der Antarktis ihre Nahrung sucht, während Zwergblauwale mehr in den gemässigten Breiten vor Westaustralien und Victoria. Beide jedoch wandern am Ende des Sommers in Äquatornähe um sich dort im Winter fortzupflanzen. Aber nun haben Attard und ihre Kollegen genetische Beweise gefunden, die das bekannte Wissen über Blauwale in Frage stellen.

Blauwal

Die Wissenschaftler analysierten 155 genetische Proben, die von Blauwalen rund um die Antarktis genommen wurden, und 109 Proben von Blauwalen rund um Australien. «Wir fanden einen grösseren Anteil von australischen Zwergblauwalen in der Nähe des antarktischen Kontinents als wir eigentlich erwartet hatten», sagt Attard. Die Forscher fanden auch Hybriden von antarktischen und Zwergblauwalen, was den ersten direkten Beweis von Hybriden zwischen verschiedenen Unterarten von Walen darstellt. Aber warum sollten die genetischen Beweise einen grösseren Anteil von Zwergblauwalen in der Antarktis zeigen, als man bisher durch die Walfangdaten von 1913 – 1973 vermutet hatte?

Klimawandel oder Walfang?

Eine Möglichkeit, meint Attard, sei, dass durch den Klimawandel die Ozeane wärmer geworden seien und so den Zwergblauwalen, die eher wärmere Temperaturen bevorzugen, die Türen in den Süden geöffnet haben. Eine andere Erklärung könnte im Walfang des 20. Jahrhunderts liegen, unter dem vor allem die antarktischen Blauwale litten. «Wir wissen, dass Walfänger viel mehr Jagd auf antarktische Blauwale gemacht hatten als auf Zwergblauwale. Und wir wissen auch, dass die antarktische Population weit unter 1 Prozent der ursprünglichen Grösse liegt», führt Attard aus. Dadurch hätten die Zwergblauwale weniger Nahrungskonkurrenz erfahren, seien weiter nach Süden gezogen und hätten sich dort an den riesigen Krillmengen gütlich getan. Es könne aber auch einfach sein, dass die Zahl von Zwergblauwalen sich nicht signifikant verändert hatte und sie einfach einen immer grösseren Anteil hatten gemessen an den sinkenden Zahlen von antarktischen Blauwalen.

Blauwal in der Welle

Eine Frage der Methode?

Attard meint, die verwirrende Diskrepanz könnte auch von den unterschiedlichen Methoden herrühren, denen das Sammeln der genetischen Daten und der historischen Walfangdaten zugrunde liege. Um zu sehen, ob diese Abweichung methodenbedingt gewesen ist, nutzten Attard und ihre Kollegen die genetischen Daten, um die Anteile von Zwergblauwalen und antarktischen Blauwalen in der Vergangenheit zu bestimmen. Die Resultate dieser Analyse stimmten mit den niedrigeren, historisch bestätigten Zahlen überein und zeigten einen kleineren Anteil an Zwergblauwalen.

Attard sagt, dass die Blauwale, obwohl heutzutage geschützt, sich immer noch von den Zeiten des Walfangs erholen und erholen müssen. Sie meint weiter, dass Zwergblauwale anders behandelt werden müssen, wenn es um Schutzbemühungen geht, als die antarktischen Blauwale und dass ihre Resultate hoffentlich dabei helfen kann.

Quelle: Anna Salleh, www.abc.net.au/science

abtauchender Blauwal