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Adéliepinguine könnten eventuell von wärmeren globalen Temperaturen profitieren, im Gegensatz zu anderen polaren Arten. Dies berichtet eine neue Studie eines internationalen Teams, unter der Leitung von Forscher der Universität von Minnesota. Der Bericht beinhaltet Schlüsselinformationen, die hypothetische Prognosen über den andauernden Einfluss des Klimawandels bestätigen.

Der Bestand der Adéliepinguine gilt als stabil bis leicht zunehmend. Alle Brutkolonien der Ross-See nahmen beispielsweise zwischen 1981 und 2010 zwischen 3 und 30 Prozent zu.
Der Bestand der Adéliepinguine gilt als stabil bis leicht zunehmend. Alle Brutkolonien der Ross-See nahmen beispielsweise zwischen 1981 und 2010 zwischen 3 und 30 Prozent zu.

Forscher aus den USA und Neuseeland nutzten eine Mischung von alten und neuen Methoden um eine Kombination von Luftaufnahmen ab 1958 und Satellitenbildern seit 2000 zu analysieren. Sie fanden heraus, dass die Populationsgrösse einer Adéliepinguinkolonie auf der Beaufort-Insel im südlichen Rossmeer um 84 Prozent von rund 35'000 auf 64'000 Brutpaare angestiegen ist, während die Eisfelder sich zwischen 1958 – 2010 zurückgezogen hatten. Am stärksten war der Rückgang in den letzten drei Jahrzehnten. Die durchschnittliche Sommertemperatur in diesem Gebiet war seit den 1980er Jahren um 0.5°C pro zehn Jahre angestiegen. Diese Studie, die erste ihrer Art wurde jetzt in der renommierten Fachzeitschrift PLoS One veröffentlicht. Sie bestätigt Modellvorhersagen aus dem Jahr 2010, wie Pinguinarten auf die Veränderungen ihres Habitats bei einem Anstieg von 2°C auf vor-industrielle Temperaturwerte reagieren werden, ein Punkt, der schnell näher kommt.

Die Beaufort-Insel ist eine zum grössten Teil vergletscherte Insel, die etwa 20 km nördlich der Ross-Insel und südlich der Franklin-Insel liegt. Die Insel ist 7 km lang und 3,2 km breit. Ihr höchster Punkt ist mit 771 Meter die Paton-Spitze.
Die Beaufort-Insel ist eine zum grössten Teil vergletscherte Insel, die etwa 20 km nördlich der Ross-Insel und südlich der Franklin-Insel liegt. Die Insel ist 7 km lang und 3,2 km breit. Ihr höchster Punkt ist mit 771 Meter die Paton-Spitze.

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass der verfügbare Lebensraum für Adéliepinguine auf dem Hauptbereich der Beaufort-Insel seit 1985 um 71 Prozent zugenommen hatte, mit einer 20 Prozent Zunahme allein zwischen 1983 – 2010. Die Ausdehnung des Schnee- und Eisfeldes im Norden der Kolonie hatte sich zwischen 1958 und 1983 nicht verändert, zog sich aber zwischen 1983 und 2010 um 543 Meter zurück. Zusätzlich zu der allgemeinen Populationszunahme, fanden die Forscher auch einen Anstieg in der Populationsdichte innerhalb der Kolonie, da vorher unpassende Stellen, die mit Eis und Schnee bedeckt waren, besetzt wurden. Weiter fanden sie, dass die Abwanderungsrate von Jungvögeln von der Beaufort-Insel zur nahen Ross-Insel ab 2005 abgenommen hatte, da verfügbarer Lebensraum auf der Beaufort-Insel zugenommen hatte, was wiederum zu einer veränderten Dynamik der untersuchten Population geführt hatte. «Diese Studie führt zu neuen Fragen darüber, wie antarktische Arten durch eine sich ändernde Umwelt beeinflusst werden», sagt Michelle LaRue, die Hauptautorin der Arbeit und Assistentin am Polar Geospatial Center der Universität von Minnesota. «Diese Arbeit bestärkt alle darin, zweimal hinzuschauen und herauszufinden, ob diese Form von Lebensraumerweiterung auch an anderen Orten und mit anderen Arten geschieht.»

Die Brutperiode der Adéliepinguine beginnt im Oktober. Von der Eiablage bis zum Schlüpfen der Jungen vergehen 35 Tagen. Im Alter von zwei bis drei Wochen schliessen sich die Jungvögel zu sogenannten Kindergärten zusammen. Das ermöglicht es beiden Elternvögeln für den Nachwuchs nach Futter zu suchen.
Die Brutperiode der Adéliepinguine beginnt im Oktober. Von der Eiablage bis zum Schlüpfen der Jungen vergehen 35 Tagen. Im Alter von zwei bis drei Wochen schliessen sich die Jungvögel zu sogenannten Kindergärten zusammen. Das ermöglicht es beiden Elternvögeln für den Nachwuchs nach Futter zu suchen.

Der bekannte Pinguinexperte und Mitautor der Studie, David Ainley, stimmt zu, dass diese Studie den Forschern neue wichtige Informationen geliefert hat. «Wir haben aus früheren Forschungsarbeiten zwischen 2001 und 2005 gelernt, dass es ein Märchen ist, das Pinguine niemals in grosser Zahl zu einer neuen Kolonie wandern würden. Sind die Bedingungen zu hart, machen sie es», erklärt Ainley, seines Zeichens Meeresökologe in Kalifornien. «Diese Arbeit auf der Beaufort Insel und der Ross Insel liefert den empirischen Beweis, wie dieses Pinguinverhalten zu ihrer Antwort auf den Klimawandel beitragen wird.»

Adéliepinguine leben überwiegend von kleinen Krustentieren und nehmen ausserdem kleine Fische zu sich. Sie finden ihre Beute in der Regel in Gewässertiefen zwischen zehn und vierzig Meter, sind aber in der Lage bis zu 170 Meter tief zu tauchen.
Adéliepinguine leben überwiegend von kleinen Krustentieren und nehmen ausserdem kleine Fische zu sich. Sie finden ihre Beute in der Regel in Gewässertiefen zwischen zehn und vierzig Meter, sind aber in der Lage bis zu 170 Meter tief zu tauchen.

Um die Veränderungen der verfügbaren Nistplatzstellen zu bestimmen, sammelten die Wissenschaftler Luftaufnahmen während den Pinguinbrutzeiten von 1958, 1983 und 1993 und Satellitenbilder aus den Jahren 2005 und 2010. Sie legten die Bilder danach genau übereinander, in dem sie grosse Felsen und andere Landmarker genau aufeinanderlegten. Durch Pinguinguanoflecken konnten sie den verfügbaren Lebensraum genau bestimmen. Für die Zukunft planen die Forscher weitere Satellitenbilder zu verwenden, um andere Adéliepinguinpopulationen zu studieren und so die Dynamik und die Umweltfaktoren, die regionalen Populationen beeinflussen, besser zu verstehen. «Diese Studie vereinte Forscher aus verschiedensten akademischen Fachbereichen, die alle ihre Expertise miteinbringen konnten», erklärt LaRue. «Wir hatten Leute, die Klimaveränderungen untersuchten, räumliche Analysen durchführten und Wildtierpopulationsdynamik studierten. So führt richtige Forschung zu Resultaten.»

Quelle: www1.umn.edu/news