Antarktika gehört offiziell niemandem und kein Land kann territoriale Ansprüche stellen. Doch die Antarktisstationen sind normalerweise auch unter der Jurisdiktion der entsprechenden Länder und machen so diese Orte zu einem Stück Heimat. Vor kurzem wurden nun Pinguine, die in der Näher der australischen Station Davis leben, Zeuge einer ungewöhnlichen Zeremonie: Die australischen Staatsangehörigkeitszeremonie.

Die australische Antarktis-Station Davis liegt in der Ostantarktis, driekt an der Küste der eisfreien Vestfold Hills. Sie besteht aus 29 Gebäuden, von denen einige nicht mehr genutzt werden, aber zur Liste der Commonwealth Heritage gehören. Bild: AAD, Matt Low
Die australische Antarktis-Station Davis liegt in der Ostantarktis, driekt an der Küste der eisfreien Vestfold Hills. Sie besteht aus 29 Gebäuden, von denen einige nicht mehr genutzt werden, aber zur Liste der Commonwealth Heritage gehören. Bild: AAD, Matt Low

Was ist die coolste Art, Staatsbürger eines Landes zu werden, welches man liebt? Man wird es in Antarktika! Eisberge, Pinguine und See-Elefanten bildeten einen einzigartigen Hintergrund für die australische Einbürgerungszeremonie auf dem eisigen Kontinent. Der Installateur Terry Barrell rezitierte den Staatsbürgerschaftsschwur Australiens an der Küste der Prydz Bay vor der australischen Antarktis-Station Davis. Terry Barrell wurde in Grossbritanninen geboren und hatte Ende 2016 die australische Staatsbürgerschaft beantragt. Im November 2017 erreichte er an Bord des Eisbrechers Aurora Australis die Station Davis, wo er seither als Installateur arbeitet. „Man hatte mir die Staatsbürgerschaft gewährt, während ich das Training in Hobart vor der Abreise durchlief und ich hoffte, dass ich die Urkunde noch vor meiner Abfahrt in die Antarktis erhalten würde. Doch es blieb nicht mehr genügend Zeit, um eine Zeremonie zu arrangieren,“ erklärte Terry.

Der Stationsleiter Robb Clifton (rechts) überreicht die Urkunde Terry Barrell bei perfekten Bedingungen. Vorher musste Terry noch den australischen Eid ablegen. Bild: Jason Burgers/Derryn Harvie
Der Stationsleiter Robb Clifton (rechts) überreicht die Urkunde Terry Barrell bei perfekten Bedingungen. Vorher musste Terry noch den australischen Eid ablegen. Bild: Jason Burgers/Derryn Harvie

„Die Zeremonie in Antarktika abzuhalten, ist phantastisch. Es ist ein traumhafter Ort hier mit dem Blick auf Gletscher und auf den Ozean mit den vorbeiziehenden Eisbergen. Ich werde mich ewig an diesen Tag erinnern. Ein australischer Bürger in der Antarktis zu werden ist ein grosses Privileg und mit diesem Ort verbunden zu sein ist eine ebenso grosse Ehre,“ sagte der neue südlichste Bürger Terry Barrell. Der Leiter der Station, Robb Clifton, führte die Zeremonie durch und sagte, es seien die perfekten Bedingungen gewesen: blauer Himmel und nur -2-7° C Temperatur. „Hier auf der Davis Station sind wir eine der abgelegensten und kleinsten Gemeinden Australiens. Daher ist es eine einzigartige Erfahrung, Terry hier als neuen australischen Bürger willkommen zu heissen und ich fühle mich sehr geehrt, ein Teil dieser Erfahrung zu sein.“ Die Vizeministerin für Visa und Einbürgerungen aus dem Innenministerium, Malisa Golightly, erklärt, dass die australischen Einbürgerungszeremonien eine wichtiger Teil der nationalen Geschichte seien. „Es werden hunderte von Zeremonien überall im Land durchgeführt. Doch diese hier ist sicherlich die einzigartigste, beinahe 5‘000 km von der Hauptstadt entfernt. Ausserdem bildet sie Expeditionsteilnehmer eine perfekte Möglichkeit, das zu zelebrieren, was grossartig ist, Australier oder Australierin zu sein.“

Terry, der stolz seine Bürgerschaftsurkunde zeigt, wird neugierig von der lokalen Bevölkerung, Adéliepinguinen, beobachtet. Bild: Jason Burgers/Derryn Harvie
Terry, der stolz seine Bürgerschaftsurkunde zeigt, wird neugierig von der lokalen Bevölkerung, Adéliepinguinen, beobachtet. Bild: Jason Burgers/Derryn Harvie

Quelle: Australian Antarctic Division