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Die Gewässer rund um Antarktika, normalerweise als Südpolarmeer zusammengefasst, haben viele Schlagzeilen gemacht. Verschmutzung, Fischerei, Klimawandel sind einige der Probleme, die auf die riesigen Wassermassen drücken. Mitte April haben sich internationale Wissenschaftler in Hobart getroffen, um die Probleme und Lösungen zu diskutieren und so einen ersten Ansatz zur Wissenssammlung zu schaffen.

Alle Wassermassen rund um Antarktika und begrenzt im Norden durch die Konvergenzlinie werden zum Südpolarmeer gezählt. Hier finden sich Pinguine, Wale, Krill und Eisberge. Bild: Michael Wenger
Alle Wassermassen rund um Antarktika und begrenzt im Norden durch die Konvergenzlinie werden zum Südpolarmeer gezählt. Hier finden sich Pinguine, Wale, Krill und Eisberge. Bild: Michael Wenger

Internationale Forscher hatten sich Mitte April in Hobart getroffen, um zum ersten Mal eine Gesamtbeurteilung des marinen Ökosystems im Südpolarmeer abzugeben. Eingeladen von der Australian Antarctic Division und dem Antarctic Climate and Ecosystems Cooperative Research Centre, brachte das Treffen Wissenschaftler, Fischer, Umweltschützer, Politiker und Manager zusammen, um so ein Bild über den gegenwärtigen Zustand des Südpolarmeers zu erhalten. Der Konferenzleiter, Dr. Andrew Constable, erklärte, dass ein Ziel gewesen sei, das Verständnis des gegenwärtigen Ökosystemzustandes im Südpolarmeer zu erhalten und die potentiellen zukünftigen Effekte durch den Klimawandel zu diskutieren. „Das Südpolarmeer ist ein riesiges und vielfältiges Ökosystem, wo Schwärme von Krill eine enorme Artenvielfalt an Fischen, Robben, Pinguinen und Walen unterhalten“, erklärt Dr. Constable. „Diese Konferenz ist die erste, bei der Wissenschaftler aus allen Ecken des Südpolarmeeres zusammengekommen sind, um eine umfangreiches Bild des marinen Lebens zu formen. Eine solche Beurteilung zusammenzustellen, ist eine grosse Herausforderung. Aber es ist essentiell für ein gesundes Management der marinen Ressourcen in der Zukunft.“

Das antarktische Nahrungsnetz hängt sehr stark vom Krill (Euphausia superba) ab, einem kleinen Krebs. Riesige Mengen von Krill werden jede Saison von Walen, Pinguinen, Robben und Fischen gefressen. Doch Fischerei und warmes Wasser bedrohen diese Nahrungsbasis. Bild: Brett Wilks
Das antarktische Nahrungsnetz hängt sehr stark vom Krill (Euphausia superba) ab, einem kleinen Krebs. Riesige Mengen von Krill werden jede Saison von Walen, Pinguinen, Robben und Fischen gefressen. Doch Fischerei und warmes Wasser bedrohen diese Nahrungsbasis. Bild: Brett Wilks

Die Forschung hat gezeigt, dass das Südpolarmeer sich erwärmt und saurer wird durch den Klimawandel. Dies wiederum kann schwerwiegende Folgen auf Schlüsselarten wie Krill haben. „Robuste Management-Entscheidungen benötigen Forscher um ein richtiges Verständnis zu erhalten, welche Arten da draussen sind^, wieviele es von ihnen gibt und wie sie sich verändern.“ Der Präsident des Wissenschaftlichen Komitees für Antarktisforschung (SCAR), Professor Steven Chown, erklärte, dass die Konferenz ein wichtiger Schritt gewesen sei. „SCAR hat schon immer die Forschung im Südpolarmeer unterstützt, um die Entscheidungsträger über den Status und die Entwicklungen der Arten und der Ökosysteme zu informieren. Da wir nun die Beweise für Veränderungen und Vorhersagen über eine Zunahme der Effekte sehen, ist unsere Rolle noch wichtiger denn je“, meint er. „Das Südpolarmeer und Antarktika machen etwa ein Drittel der Erdoberfläche aus. Sie sind essentiell für die menschliche und die planetare Gesundheit. Unsere Arbeiten helfen dabei, die Langzeitleistungen der Ökosysteme in dieser Region sicherzustellen. Daher begrüssen wir dieses Treffen sehr und erkennen seine Wichtigkeit. Unsere Mitglieder freuen sich, durch unsere Beobachterprogramme und die direkte Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag leisten zu können.“

Wissenschaftler benötigen die Unterstützung von Eisbrechern wie der Aurora australis, um in den Weiten des Südpolarmeeres Daten zu sammeln. Doch nur ein kleiner Prozentsatz der antarktischen Gewässer ist untersucht und diese Daten sind noch längst nicht alle ausgewertet. Bild: Doug Thost
Wissenschaftler benötigen die Unterstützung von Eisbrechern wie der Aurora australis, um in den Weiten des Südpolarmeeres Daten zu sammeln. Doch nur ein kleiner Prozentsatz der antarktischen Gewässer ist untersucht und diese Daten sind noch längst nicht alle ausgewertet. Bild: Doug Thost

Quelle: Australian Antarctic Division