Eklat an der internationalen Antarktis-Tagung in Bremerhaven. Die Einrichtung umfassender Meeresschutzgebiete vor den Küsten der Antarktis ist zunächst gescheitert. Auf der zweitägigen Sondersitzung vom 15. - 16. Juli 2013 der Kommission zur Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) blockierten Russland und die Ukraine.

Was gut ist für die Natur lässt sich mit der Industrie nicht immer vereinbaren.
Was gut ist für die Natur lässt sich mit der Industrie nicht immer vereinbaren.

Damit fällt der Schutz eines der wichtigsten Ökosysteme der Welt vorerst mal sprichwörtlich ins Wasser. «Ich habe noch nie so enttäuschende Verhandlungen erlebt», sagte Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn. Sie war Beobachterin der Beratungen in Bremerhaven. Die anderen Delegationen reagierten ebenfalls enttäuscht. Russland und die Ukraine sprechen der Konferenz die Zuständigkeit ab, ein so grosses Schutzgebiet in der Antarktis ausweisen zu können. Nach Ansicht von Beobachtern spielen aber wohl vorwiegend Interessen der Fischindustrie hinter der Verzögerungstaktik und damit wirtschaftliche Bedenken eine Rolle. Nach dem Scheitern ist eine rasche Einigung aber eher unwahrscheinlich. Die Konferenz war bereits der zweite Versuch, eine Schutzzone in der Antarktis festzulegen. Dennoch ist das Thema damit nicht vom Tisch. Es wurde auf die CCAMLR-Jahrestagung im kommenden Oktober im australischen Hobart vertagt. Andrea Kavanagh von der US-Umweltschutzgruppe «Pew Environement» sagte, dass bei der Sitzung in Hobart dringend eine Einigung erzielt werden muss.

Adeliepinguine auf der Jagd in der Ross Sea.
Adeliepinguine auf der Jagd in der Ross Sea.

Ein erstes Treffen war im Herbst 2012 ohne Ergebnis geblieben. Damals war die Einigung unter anderem am Widerstand Russlands, Chinas, Japans, Südkoreas und Norwegens gescheitert. Bei dem Treffen 2012 ging es darum, das Gebiet des 2,4 Millionen km² grossen Rossmeeres in ein marines Schutzgebiet zu verwandeln. Nachdem Neuseeland vor Jahren die intensive Befischung des Riesen-Antarktisdorsches im Rossmeer begann, hat die kommerzielle Ausbeutung der Tiere inzwischen stark zugenommen.
Die internationale Staatengemeinschaft hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2020 zehn Prozent der Küsten- und Meeresgewässer als Schutzgebiete auszuweisen. Bisher sind es zwei Prozent.

Quelle: http://antarcticocean.org/de/

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