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Die belgische Antarktis-Station Princess Elisabeth Antarctica ist eine der neuesten und modernsten Forschungsstationen. Im Sommer können bis zu 16 Forscher in der Station arbeiten, die im Queen-Maud-Land der Ostantarktis steht. Sie ist eine reine Sommerstation und daher im Winter unbemannt und von Belgien aus automatisch gesteuert danke einem modernen Kontrollsystem. Nun ist die Station für den Betreib geöffnet und bereit gemacht worden.

Die belgische Forschungsstation wurde 2009 offiziell eröffnet und war ursprünglich in privatem Besitz aber halb vom Staat finanziert. Doch die International Polar Foundation und die belgische Regierung gerieten in Streit über die Kontrolle der Station, der erst in diesem Jahr gelöst wurde. Bild: International Polar Foundation
Die belgische Forschungsstation wurde 2009 offiziell eröffnet und war ursprünglich in privatem Besitz aber halb vom Staat finanziert. Doch die International Polar Foundation und die belgische Regierung gerieten in Streit über die Kontrolle der Station, der erst in diesem Jahr gelöst wurde. Bild: International Polar Foundation

Alain Hubert und sein Team haben die Station jetzt für die erste Gruppe von Wissenschaftlern bereit gemacht. Darunter sind Glaziologen, und Atmosphärenforscher, von denen einige zum Roi Baudouin-Eisschelf gehen werden. Die Prinzessin schlief den Winter lang, war aber trotzdem unter Kontrolle und online. Die erste Aufgabe war entsprechend die Station aus dem Schnee zu graben und wiederzubeleben. Nach einem sehr langen und dunklen Winter in Antarktika hat sich der Schnee meterhoch angesammelt und der Eingang musste freigeschaufelt werden, vor allem von der Garage, um dann mithilfe der Prinoth und Komatsu-Fahrzeugen Eis und Schnee zu entfernen. Die Expeditionen, die danach zur Station kommen werden, sind international und vertreten 12 Nationen, einige davon zum ersten Mal.

Die Station ist die erste und einzige Null-Emission-Station und wird mit Solar- und Windenergie betrieben. Ihre Basis ist tief im Permafrostboden verankert und die Skelettkonstruktion besteht komplett aus Holz. Credit: International Polar Foundation
Die Station ist die erste und einzige Null-Emission-Station und wird mit Solar- und Windenergie betrieben. Ihre Basis ist tief im Permafrostboden verankert und die Skelettkonstruktion besteht komplett aus Holz. Credit: International Polar Foundation

Während der 17-18 Saison werden 24 Wissenschaftler in der Station empfangen, um ihre Forschungsarbeiten um und in der Station durchzuführen. Wenn sie in Kapstadt ankommen, müssen sie geduldig auf perfekte Wetterbedingungen warten, wenn sie den 6-stündigen Flug an Bord einer Ilyushin-76 zur russischen Station Novolazarevskaja untenehmen wollen. Von dort aus werden sie mit einer kleineren Maschine weitere 200 km ins Inland fliegen bis zur belgischen Station. Da einige der Messinstrumente den ganzen Winter aktiv waren, können die Forscher gleich bei der Ankunft mit der Arbeit anfangen. Andere Instrumente müssen zuerst reaktiviert oder repariert werden. Insgesamt sollen 15 belgische und internationale Projekte aus verschiedenen Themenbereichen bearbeitet werden. Beispielsweise wird Dr. Henri Roberts von der Königlichen Belgischen Akademie der Naturwissenschaften die erste Vogelpopulationsbestimmung der Region durchführen; die kanadische Forscherin Dr. Lori Ziolkowski wird ihre Arbeit über mikrobielle Aktivitäten in der Antarktis weiterführen, zusammen mit 5 weiteren Teammitgliedern. Ausserdem werden Forscher aus Taiwan und der Türkei zum ersten Mal in der Station empfangen werden und es werden automatische Wetterstationen der Universität Wisconsin installiert, die ab sofort alle Daten online liefern sollen.

Die belgische Station liegt im Queen Maud Land, Ostantarktis, gegenüber von Südafrika. Mit Flügen ab Kapstadt zur russischen Station Novolazarevskaja und weiter kann sie erreicht werden. Bild: International Polar Foundation
Die belgische Station liegt im Queen Maud Land, Ostantarktis, gegenüber von Südafrika. Mit Flügen ab Kapstadt zur russischen Station Novolazarevskaja und weiter kann sie erreicht werden. Bild: International Polar Foundation

Quelle: International Polar Foundation