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Im Jahre 1897 unternahm der schwedische Ingenieur Salomon August Andrée den Versuch, in einem Gasballon den Nordpol zu erreichen. Er wurde begleitet von einem 27-jährigen Eisenbahningenieur und einem 25-jährigen Physikstudenten. Ihre toten Körper samt Ausrüstung fand man erst 33 Jahre später im Eismeer wieder. Was Andrée vor 113 Jahren nicht gelang soll nun der Französischer Abenteurer Jean-Louise Étienne richten.

Testflug
Testflug im Chamonix-Tal in Frankreich

Der 63-jährigen französische Abenteurer Jean-Louise Étienne will im April 2010 als erster Mensch mit einem Heliumballon die Arktis überqueren. Dabei ist Étienne eigentlich noch Neuling in der Ballonfahrt. Erst vor eineinhalb Jahren hat er damit angefangen. «Am Nordpol ist wenigstens nichts im Weg, wenn ich dort notlanden müsste. Da gibt es ja keine Hindernisse wie Stromleitungen oder Hochhäuser», meint er. Drei Wochen sind für die Route von Spitzbergen über den Pol bis an die Küste Alaskas geplant. Wenn alles klappt wird er 3500 Kilometer hinter sich bringen und dabei wichtige Daten für die Klimaforschung sammeln. Am 26. März will Etienne nach Spitzbergen aufbrechen und dort ab Anfang April auf einen idealen Abflugtag mit möglichst wenig Wind warten. Böen bei Start und Landung sind für einen Helium-Ballon nicht ungefährlich. Für Notfälle befindet sich an Bord Equipment vom Fallschirm über ein Rettungsboot bis hin zu Sauerstoff.

Kabine
Die Ballongondel ist eine geschlossene Kabine

Sein Ballon ist mit Mini-Sonden ausgerüstet, die jede Viertelstunde Daten über die aktuelle Höhe, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit an seinen Routenplaner in Paris sendet, der rund um die Uhr Änderungen der Route berechnet. Auf sein Ziel zusteuern kann er nur durch gezieltes Aufsuchen bestimmter Windschichten, die den Ballon hin und her verfrachten. Jeweils nach sechs Stunden kann sich Étienne für zwei Stunden aufs Ohr hauen, er verlässt sich dabei auf den Autopiloten. Die karge Freizeit wird er sich mit einem Gedichtband und 200 Lieblingssongs vertreiben. Seine Lieblingsmusik – Stücke von den Dire Straits bis Pink Floyd – hat er natürlich mit dabei.

Innenansicht
Schutz vor Kälte und Unwetter findet Jean-Louise Étienne im Innern der Kabine

Jean-Louis Etienne hat sich 1986 durch eine Expedition zum Nordpol weltweit einen Namen gemacht. Als erster Mensch erreichte er das arktische Ziel im Alleingang. Innerhalb von 63 Tagen schaffte er es mit einem Schlitten bis zum Pol, täglich legte er dabei rund zehn Kilometer zurück. Bei bis zu minus 52 Grad schlief er jede Nacht in einem selbst gebauten Iglu. Dabei nahm Étienne während dieser Expedition 20 Kilo ab.

Website: www.jeanlouisetienne.com

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