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Ein Forscherteam der kanadischen «Queen's University» hat festgestellt, dass gefährliche Umweltgifte wie Blei und Quecksilber von Küstenvögeln an Land getragen und dann im Sediment abgelagert werden. Die Biologen um Neal Michelutti vom «Paleoecological Environment Assessment and Research Lab» haben Proben in zwei Seen auf einer kleiner Insel in der kanadischen Arktis genommen auf der Küstenseeschwalben und Eiderenten brüten.

Eiderenten-Paar
Eiderenten ernähren sich hauptsächlich von Muscheln.

«Die Vögel, die verschiedene Nahrungsmittel am Meer zu sich nehmen, scheiden an Land auch jeweils einen anderen Cocktail an Giften aus. Diese Gifte können auch Lebewesen an Land beeinträchtigen», so der Forscher. Küstenseeschwalben ernähren sich vorwiegend von Fisch, während Eiderenten in erster Linie Muscheln fressen.

In den Gebieten in denen die Küstenseeschwalben brüteten konnten die Forscher höhere Konzentrationen von Schwermetallen wie Quecksilber und Cadmium finden, während dort, wo die Enten brüteten, höhere Mengen an Blei, Mangan und Aluminium entdeckt wurden. Die Spuren, die die Biologen an den Nistplätzen entdeckten, entsprachen genau jenen, die auch im Gewebe der jeweiligen Vogelart gefunden wurden.

Der Biologe John Smol, ebenfalls von der «Queen's University», bestätigt, dass solche Funde auch an anderen Plätzen in der Arktis gemacht werden konnten. «Der hohe Norden ist ein exzellentes natürliches Labor, um solche Untersuchungen zu machen, da es dort weit und breit keine Industrie gibt», so der Experte. «Da Küstenvögel weltweit vorkommen, kann man davon ausgehen, dass es dieses Problem auch weltweit gibt», erklärt der Wissenschaftler.

Schwermetalle im grönländischen Eis

Probenahme
Forscher nehmen Kotproben unterhalb eines Vogelfelsen.

Die Verbrennung von Kohle in Europa und Nordamerika ist der Grund für die Schwermetallbelastung im grönländischen Eis. Dies hat ein Forscherteam des «Desert Research Institute» in Reno nun in einer Studie im Wissenschaftsmagazin «Proceedings of the National Academy of Sciences» nachgewiesen. Die Wissenschaftler haben die Kohle als Hauptverursacher für die Thallium, Cadmium und Blei-Belastung im hohen Norden ausgemacht. Das Expertenteam um Joseph McConnell hat dazu Eisbohrkerne ausgewertet. Nun befürchten die Wissenschaftler, dass auch die zunehmende Verbrennung von Kohle in Asien eine ähnlich schädliche Wirkung auf die Umwelt haben wird.

Die Umwelt reagiert auf die Schwermetallbelastung ganz besonders heftig, denn die meisten der Schwermetalle wirken kumulativ, das heisst sie reichern sich in Lebewesen, egal ob in Tieren oder Pflanzen an. Nachgewiesen werden konnten die Substanzen in Walen, in Eisbären, in Karibus und sogar bei Menschen, die in dieser Region leben. Die Forscher konnten in den Eisbohrkernen Umweltgifte bis zum Jahr 1772 analysieren. Demnach stiegen die Werte der drei Schwermetalle zwischen 1850 und 1900 deutlich an. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts konnten die Forscher eine Steigerung um das Zehnfache im Vergleich zur vorindustriellen Ära ausmachen. Während der grossen Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren sank die Belastung merklich, ehe sie mit der Konsolidierung des Weltmarktes wieder anstieg.

Kuestenseeschwalben
Hauptnahrung der Küstenseeschwalbe sind kleine Fische.