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Während Mittel- und Osteuropa Anfang Februar 2012 unter arktischer Kälte leidet, werden im hohen Norden Wärmerekorde verzeichnet. Mit 7 Grad über dem Gefrierpunkt wurde in Longyearbyen die bislang höchste Temperatur gemessen, die seit Beginn der Messungen 1975 aufgetreten sind.

Aufgerissene Eisdecke Spitzbergen
Schon früh im Jahr ist die Eisdecke nördlich von Spitzbergen aufgerissen.

Damit war es zum Zeitpunkt der Messung 23 Grad wärmer als das Februar-Temperaturmittel. Der bisherige Rekord von 6 Grad wurde am 17.2.2005 gemessen. Auch in Sveagruva wurde mit 6,5 Grad ein neuer Rekord aufgestellt, der deutlich über dem bisherigen Februar-Höchstwert von 5,2 Grad vom 22.2.2006 liegt. Die Wetterstationen von Ny Ålesund, Hopen und Bjørnøya meldeten ebenfalls deutliche Plusgrade.

Wetterkarte 03 02 2012
Eiskarte vom 03. Februar 2012

Treibeis um Spitzbergen: Negativrekord

Nicht nur das Wetter, sondern auch das Treibeis in und um Spitzbergen erreicht derzeit Rekordstände – in diesem Fall ins Negative. Insbesondere die hohen Wassertemperaturen sind es, die sich durch weitgehende Eisfreiheit rund um weite Teile Spitzbergens bemerkbar machen. Im Durchschnitt wird die maximale Eisbedeckung erst im April erreicht; dass Spitzbergen Anfang Februar so eisfrei ist wie derzeit, ist allerdings sehr ungewöhnlich.

Eiskarte vom 17.02.2012
Die Eiskarte vom 17.02.2012 zeigt, dass selbst in Franz Josef Land das Eis frühzeitig zu schmelzen beginnt.

Wetterkapriolen in Spitzbergen

Schon im Januar hatte Neptun in Spitzbergen wieder einmal Wetterrekorde aufgestellt. Am 30. Januar 2012 war Longyearbyen mit gut 4 Grad plus der wärmste Ort Norwegens. Dazu war es mit 26 mm Regen ungewöhnlich feucht. Wegen Wind, Glätte und Lawinengefahr mussten mehrere Wege und der Flughafen zeitweise gesperrt werden. Der Niederschlag war aber nichts im Vergleich zu Ny Ålesund, wo innerhalb von 24 Stunden nicht weniger als 98 mm Regen fielen, was schon fast tropische Monsunqualitäten hat, was für Ny Ålesund klarer Rekord ist. Der Wärmerekord für Longyearbyen im Januar liegt bei 7,7 Grad, gemessen am 16.1.2006. Am 30.1.2011 waren es hingegen knackige 31,5 Grad unter null.

Wechselhaftes Wetter mit Kaltphasen und Wärmeeinbrüchen ist typisch für die dunkle Jahreszeit in Spitzbergen, aber Dauer und Intensität der derzeitigen Wärmephase ist ungewöhnlich.

Quelle: www.spitzbergen.de