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Der russische Mi-8-Hubschrauber, der am 26. Oktober vor Barentsburg abgestürzt war, soll nach Angaben der norwegischen zivilen Luftfahrtskommission so schnell wie möglich gehoben werden, um die Absturzursache zu bestimmen. Bei dem Unfall kamen alle acht Insassen, 5 Crew-Mitglieder und drei Forscher, ums Leben.

Aufnahmen des Tauchroboters der Ossian Sars zeigen das Wrack des Hubschraubers in 209 m Tiefe. Bild: G.O. Sars
Aufnahmen des Tauchroboters der Ossian Sars zeigen das Wrack des Hubschraubers in 209 m Tiefe. Bild: G.O. Sars

Nach dem Absturz des Hubschraubers am Nachmittag des 26. Oktobers 2017 begannen sofort die Such- und Rettungsmissionen. Dabei wurden mehrere Boote und später grösserer Schiffe eingesetzt, die das Gebiet rund um den Landeplatz bei Herrodden absuchten. Doch aufgrund widriger Wetter- und Meerbedingungen gestaltete sich die Suche als sehr schwierig. Mehrere Tage lang suchten russische und norwegische Rettungsmannschaften nach Überlebenden und Trümmerteilen. Erst mit der Ankunft des Forschungsschiffes Ossian Sars und dessen Tauchroboter konnte das Wrack der Mi-8 lokalisiert werden. Gefunden wurde es 2 Kilometer nordöstlich von Herrodden bei Barentsburg in 209 Meter Tiefe. Den Rettungsteams war ein starker Dieselgeruch und aufsteigenden Luftblasen aufgefallen während der Suche. Nachdem das Wrack entdeckt worden war, fand man rund 130 Meter weiter vom Unglücksort auch eine der vermissten Personen. Von den übrigen Verunglückten fehlt bisher jede Spur.

Die russische Siedlung Barentsburg liegt auf der südlichen Seite des Isfjords. Die 1932 gegründete Siedlung beheimatet 492 Menschen und lebt vor allem vom Kohleabbau. Haupteigentümerin ist die russische Firma Trust Arktikugol, der auch der Hubschrauber gehört. Bild: Michael Wenger
Die russische Siedlung Barentsburg liegt auf der südlichen Seite des Isfjords. Die 1932 gegründete Siedlung beheimatet 492 Menschen und lebt vor allem vom Kohleabbau. Haupteigentümerin ist die russische Firma Trust Arktikugol, der auch der Hubschrauber gehört. Bild: Michael Wenger

Die norwegische Unfalluntersuchungsbehörde AIBN hat die Untersuchungen aufgenommen und in Zusammenarbeit mit russischen Kollegen von der Interstate Aviation Committee und dem Ministerium für Notfallsituationen (EMERCOM) begonnen, die Unfallursache zu evaluieren. Gemäss der Aussagen der AIBN wird in alle Richtungen ermittelt. Im Fokus stehen zurzeit die meteorologischen Bedingungen, die technische Situation des Hubschraubers und die Erfahrungen des Piloten. Währenddessen ist das Spezialschiff Maersk Forza in den Isfjorden gelaufen. Das Schiff soll mit seinen Tauchrobotern und einem Spezialkran die Unglücksmaschine heben. Dabei werden sie von Tauchern der russischen EMERCOM unterstützt. Auch ein Spezialist des Hubschrauberherstellers wird mit dabei sein, um bei der Bergung logistische Unterstützung zu liefern. Mit Hilfe der schiffseigenen Roboter soll nach den übrigen Vermissten und eventuellen Wrackteilen gesucht werden.

Das Bergungs- und Spezialschiff Maersk Forza gehört zu einer Gruppe von Sonderschiffen, die für verschiedene Aufgaben vor allem unter Wasser konzipiert wurden. Das 2008 gebaute Schiff kann mit seinem verstärkten Kran auch schwere Lasten aus grösserer Tiefe bergen. Bild: Larry Smith, MarineTraffic.com
Das Bergungs- und Spezialschiff Maersk Forza gehört zu einer Gruppe von Sonderschiffen, die für verschiedene Aufgaben vor allem unter Wasser konzipiert wurden. Das 2008 gebaute Schiff kann mit seinem verstärkten Kran auch schwere Lasten aus grösserer Tiefe bergen. Bild: Larry Smith, MarineTraffic.com

Quelle: Rolf Stange / AIBN