Island hat nun für zwei Jahre den Vorsitz des Arktischen Rates. Das Land übernahm diese Aufgabe im Mai von Finnland – bei dem Ministertreffen des Arktisrates im finnischen Rovaniemi. Dort bekräftigten die Außenminister von Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Russland, Schweden und den USA in einer Erklärung ihre Übereinkunft, Frieden, Stabilität und konstruktive Zusammenarbeit in der Arktis zu bewahren. In den Rat mit seinen acht Mitgliedsstaaten als „Ständige Teilnehmer“ aktiv eingebunden sind sechs Organisationen, die die indigenen Völker der Arktis vertreten.

In der nur eine Seite langen Erklärung der Minister kommt der Begriff Klimawandel, der die Arktis besonders bedroht, nicht vor. Der finnische Außenminister als Vorsitzender des Treffens vermied es auf der begleitenden Pressekonferenz, die USA dafür verantwortlich zu machen: „Ich benenne niemand oder gebe niemand die Schuld“, sagte Timo Soini. Der Minister weiter: „Es ist offensichtlich, dass unterschiedliche Hauptstädte unterschiedliche Standpunkte zu verschiedenen Klimathemen haben.“

Die Sitzung des Arktischen Rates im finnischen Rovaniemi im Mai. Jouni Porsanger / Ministry for Foreign Affairs of Finland
Die Sitzung des Arktischen Rates im finnischen Rovaniemi im Mai. Jouni Porsanger / Ministry for Foreign Affairs of Finland

Der Arktische Rat ist das führende staatenübergreifende Forum für die Arktis und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Anrainerstaaten, der indigenen Bevölkerung und anderen Anwohnern der Arktis – insbesondere im Hinblick auf die nachhaltige Entwicklung und den Umweltschutz in der Region. Die Ministersitzungen finden alle zwei Jahre statt.

Die Aktivitäten zwischen den Sitzungen sind auf sechs Arbeitsgruppen aufgeteilt: Das „Arctic Contaminants Action“ Programm (ACAP) unterstützt nationale Maßnahmen zur Reduzierung von Emissionen und anderen Schadstoffen. Das „Arctic Monitoring and Assessment“ Programm (AMAP) koordiniert Umweltbeobachtungen und berät die Regierungen in Umweltfragen. Die Arbeitsgruppe „Conservation of Arctic Flora and Fauna“ (CAFF) konzentriert sich darauf, die arktische Biodiversität zu erhalten. Die Arbeitsgruppe „Emergency Prevention, Preparedness and Response“ (EPPR) erarbeitet Maßnahmen, die die Arktis vor Umweltunfällen schützen sollen. Die Gruppe „Protection of the Arctic Marine Environment“ (PAME) kümmert sich um die nachhaltige Nutzung des marinen Lebensraums. Die „Sustainable Development Working Group“ (SDWG) schließlich fördert die nachhaltige Entwicklung arktischer Regionen und verfolgt zugleich das Ziel, die Lebensbedingungen der arktischen Bevölkerung zu verbessern.

Die Zusammensetzung des Arktischen Rates Grafik: Arctic Council
Die Zusammensetzung des Arktischen Rates Grafik: Arctic Council

An den Sitzungen des Arktischen Rats nehmen Vertreter der Mitgliedstaaten, der Ständigen Teilnehmer und der sechs Arbeitsgruppen teil. Als Beobachter zugelassen sind 13 weitere Staaten, darunter Deutschland und die Schweiz. Beobachterstatus haben auch eine Reihe von zwischenstaatlichen Organisationen und internationalen Nichtregierungsorganisationen.

Quellen: Alfred-Wegener-Institut, Arctic Council, CNN