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Russland werde seine Ansprüche auf die Rohstoffvorkommen in der Arktis verteidigen, bekräftigt Kremlchef Dmitri Medwedew. Als Folgen des Klimawandels würde der Streit um den Zugang zu der Polarregion weiter angeheizt.

Schneller als von vielen Experten vermutete, macht sich die Klimaerwärmung in der Arktis bemerkbar, das Eis schmilzt. Was Umweltschützer mit Besorgnis beobachten, weckt die Begehrlichkeit von Politik und Wirtschaft. Ist das Eis mal weg, wird der Zugang zu den Rohstoffen einfacher und Transportwege öffnen sich. Das Abschmelzen der nördlichen Eiskappe in Folge des Klimawandels werde den Streit unter den Anrainerstaaten um den Zugang zur Polarregion vermutlich weiter anfachen, so Medwedew.

Metop-Satellit
Der neue Wettersatellit «MetOp» der ESA bewegt sich auf einer polaren Umlaufbahn.

Aus diesem Grund beabsichtigt Russland im Weltall eine Satellitengruppe aufzubauen, um den Klimawandel in der Arktis besser beobachten zu können. Präsident Dmitri Medwedew beauftragte am 17. März 2010 die Regierung, die Problemstellung bis zum 1. Juni 2010 zu analysieren. Mit dem Aufbau der Satellitengruppe werden das Raumfahrtunternehmen «Lawotschkin» gemeinsam mit «Roshydromet», dem russischen Dienst für Hydrometeorologie, beauftragt.

Russland ist nicht im Besitz genügender Anzahl Wettersatelliten und muss Wettervorhersagen bei ausländischen Kollegen bestellen. Deren Satelliten befinden sich jedoch hauptsächlich über dem Äquator und sind für die Datenerfassung in der Arktisregion ungeeignet.

Gebietsansprueche

Russland beansprucht einen Grossteil des arktischen Meeresbodens für sich und argumentiert, dabei handele es sich um eine Verlängerung seines Kontinentalschelfs. Um dies zu bekräftigen liessen am 2. August 2007 Wissenschaftler von einem U-Boot aus, am Nordpol, in über 4’000 Meter Tiefe, die russischen Flagge in den Grund stecken. Ein Jahr später unterzeichnete Medwedew ein Strategiepapier in dem es heisst: «Die Polarregion müsse bis 2020 zum wichtigsten strategischen Fundament Russlands beim Thema Ressourcen werden. Bis 2011 sollen demnach geologische Studien abgeschlossen sein, um Moskaus Anspruch auf die dortigen Rohstoffe zu untermauern». Die Regierung legte ihre Ansprüche bereits 2001 bei den Vereinten Nationen vor, der Antrag wurde wegen fehlender Beweise aber abgelehnt.