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Die Anrainer-Staaten der Arktis haben sich bei ihrem Treffen Ende März 2010 in Kanada darauf geeinigt, den Schiffsverkehr um den Nordpol stärker zu kontrollieren. Gemeinsam mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation müsse schnellstens eine Regelung ausgearbeitet werden, gab Kanadas Aussenminister Lawrence Cannon im kanadischen Chelsea zu Protokoll. Wegen der Klimaerwärmung und der daraus resultierenden Eisschmelze werde der Schiffsverkehr im arktischen Meer deutlich zunehmen.

Kuestenwache
Markieren gemeinsam militärische Stärke: Der Eisbrecher «Healy» von der amerikanischen und der Eisbrecher «Louis St-Laurent» von der kanadischen Küstenwache unterwegs in kanadischen Polargewässern.

Die Arktis verspricht den Reedereien beeindruckende Abkürzungen, zum Beispiel auf Schifffahrtsrouten zwischen Europa und China. Bis jetzt gibt es aber keine einheitliche Regelung. Das soll sich nach dem Willen von fünf Polarstaaten nun ändern. Die Anrainerstaaten der Arktis peilen eine stärkere Kontrolle der Schifffahrt in den Polargewässern an.

Weil das Polareis wegen des Klimawandels abschmilzt, dürfte der Seeverkehr im arktischen Meer deutlich zunehmen. So hatten im vergangenen September zwei deutsche Schiffe mit Kraftwerksteilen an Bord die Nordostpassage entlang der russischen Küste befahren und gut 5400 Kilometer gegenüber der traditionellen Strecke durch den Suezkanal eingespart. Bei der Fahrt durchs Nordpolarmeer wurden die beiden Schiffe von einem russischen Eisbrecher begleitet.

MSBelugaForesight
Die «Beluga Foresight» und die «Beluga Fraternity» durchfahren die Nordost-Passage.

Ein weiteres Thema des Treffens in Kanada waren die Gebietsansprüche der Arktis-Anrainer im Nordpolarmeer. Cannon sagte, die Teilnehmer seien entschlossen, Streit um überlappende Forderungen geordnet zu lösen. Am 23. April 2007 hatten die Arktis-Anrainer das schon einmal vereinbart. Zwischen Norwegen und Russland gibt es zum Beispiel Streit um die sogenannte Graue Zone in der Barentssee. Hier sei auch nicht mit einer kurzfristigen Einigung zu rechnen, meinte Norwegens Aussenminister Jonas Gahr Støre.

Jonas-Gahr-Store
Der norwegische Aussenminister Jonas Gahr Støre sieht keine schnelle Lösung in der Barentssee