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Einigung

Beide Staaten hatten seit 1970 um eine Abgrenzung von rund 175.000 Quadratkilometern in der Barentssee verhandelt. «Wir haben gerade erst eine Einigung über die Grenzlinie in der Barentssee und im Nordpolarmeer erzielt,» teilte Stoltenberg mit. Die Entscheidung tangiere den Abbau von Ölvorkommen und den Fischfang in der Region. Medwedew drückte seinerseits die Hoffnung aus, dass die heutigen mündlichen Vereinbarungen schnellstens aufs Papier gebracht und von beiden Staaten unterschrieben werden. Russland erwarte, dass die Grenzziehung den Weg für neue gemeinsame Energieprojekte ebnen wird.

Stoltenberg lobte seine Verhandlungen mit Medwedew. «Wir haben unsere Zusammenarbeit in vielen Bereichen auf einen neuen Stand gebracht», sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Man habe sich unter anderem grundsätzlich darauf verständigt, künftig die Visapflicht für die Bewohner der Grenzgebiete beider Staaten abzuschaffen. Die neue Regelung solle für die Menschen gelten, die bis zu 30 km weit von der Grenze wohnen. An einem entsprechenden Vertrag werde bereits gearbeitet.

Grenzverlauf

Hintergrund: Öl- und Gasvorkommen, sowie Fischereirechte

Es geht um Öl, Gas und andere Rohstoffe: Durch die globale Erwärmung wird der arktische Ozean leichter zugänglich und damit auch die Bodenschätze, die sich dort befinden. Der norwegische Gaskonzern Statoil hat erst im Jahr 2007 ein grosses Erdgasfeld in der Barentssee eröffnet, der russische Gaskonzern Gasprom arbeitet schon länger an der Erschliessung des Schtokman-Gasfeldes, das eines der grössten Gasvorkommen der Welt sein dürfte.

In der Vergangenheit wurde der Streit auch im Bereich der Fischerei ausgetragen. Mehrmals wurden norwegische Fischer von der russischen Marine aufgebracht und mussten umgekehrt, weil sie in Gebieten gefischt hatten, die von Norwegen und Russland gleichzeitig beansprucht wurden.