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In der norwegischen Politik und anscheinend auch in der öffentlichen Wahrnehmung herrscht vielfach die Meinung vor, Touristen seien in der Arktis a priori eine starke Gefährdung der Umwelt, die oft reflexartig als «empfindlich» bezeichnet wird.

Touristen in Spitzbergen
Es ist umstritten, ob Touristen eine Gefährdung der Umwelt darstellen.

Auf der Grundlage solcher nicht dokumentierten Vermutungen werden weitreichende Sperrungen grosser Gebiete erwogen. Diese und andere mitunter drastischen Schritte, die teilweise noch nicht einmal dem Umweltschutz, sondern der Einrichtung von Privatspielplätzen (reference areas) für die Verwaltung und «verwaltunsgrelevante Forschung» dienen sollen, basieren nicht auf dokumentierten tatsächlichen oder wenigstens gut beschriebenen erwartbaren Umweltproblemen, sondern auf dem «føre var prinsippet», dem vorbeugenden Prinzip, das allerdings stark überstrapaziert wird.

Eine solche Überstrapazierung des «vorbeugenden Prinzips» mangels tatsächlich erkennbarer Probleme zur Begründung drastischer Verwaltungsschritte hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass die Verwaltung an Akzeptanz verliert und somit ein Legitimitätsproblem bekommt.

Touristenschiff in Spitzbergen
Die meissten Touristen bereisen Spitzbergen mit dem Schiff.

Das Norwegische Institut für Naturforschung (NINA) ist diesem Problem nachgegangen und hat nun einen Bericht dazu veröffentlicht, der auf Daten basiert, die in 3 Jahren Feldarbeit (2008-2010) erhoben wurden. An 30 Lokalitäten an der Westküste wurden Touristengruppen beobachtet, Interviews mit Touristen und Guides gemacht und vor allem das Gelände in Augenschein genommen, um die Gefährdungspotentiale im Hinblick auf Tiere, Vegetation, Gelände (Erosion) und Kulturdenkmäler zu beurteilen. Laut Bericht haben erfahrenen Guides eine Schlüsselposition, um positiv auf umweltverträgliches Verhalten von Besuchern einzuwirken. Der Bericht kommt überwiegend nicht zu abschliessenden Ergebnissen, sondern macht der Verwaltung konkrete Empfehlungen zu einer gezielteren Datenerhebung, um eine Beurteilung des Umweltgefährdungspotentials durch Tourismus überhaupt zu ermöglichen.

Quelle: www.spitzbergen.de