Nach 20 Jahren Pause hat Russland wieder Kriegsschiffe zu Patrouillen in die Arktis geschickt. Vordergründig geht es um die Sicherung der Nordostpassage und der Bodenschätze welche vor der Nordküste Russlands vermutet werden.

MI 8 Helikopter beim Transportiren von Treibstoff

Ein Schiffsverband der Nordflotte um den schweren atomgetriebenen Raketenkreuzer «Pjotr Weliki» habe am 12. September 2013 im Raum der Neusibirischen Inseln ihre Mission aufgenommen, teilte Vize-Verteidigungsminister Arkadi Bachtin am 14. September in Moskau mit. «Wir sind in die Arktis für immer zurückgekehrt.» Die Wiederaufnahme der militärischen Präsenz sei die erste Etappe bei der von Präsident Wladimir Putin angeordneten Entwicklung der Nordostpassage und der anliegenden arktischen Gebiete, sagte Bachtin weiter.

Raketenkreuzer Pjotr Weliki

Der vernachlässigte Flughafen Temp auf den Neusibirischen Inseln solle wiederhergestellt und modernisiert werden und schon im Oktober Flugzeuge der Typen An-72 und An-74 empfangen können. Anschliessend solle der Flughafen ausgebaut und an die schwereren Frachtflugzeuge Iljuschin IL-76 angepasst werden. Arkadi Bachtin sagte weiter: «Der Luftverkehr wird regulär und unabhängig von Jahreszeit und Wetter sein.» Zukünftig werde die Nordflotte im Raum des Franz-Josef-Landes und der Insel Nowaja Semlja die gleichen Aufgaben erfüllen, sagte der Vize-Verteidigungsminister. Die sowjetische Kriegsmarine hatte während des «Kalten Krieges» regelmässig in arktischen Gebieten patrouilliert. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurden die Patrouillen eingestellt.

Arktis Vorräte - Heikle Grenzfragen

Arktis-Vorräte: Heikle Grenzfragen

Die Rivalität um die Arktis, wo laut Expertenschätzungen mehr als ein Viertel der weltweiten Öl- und Gasreserven liegen, hat sich in den letzten Jahren deutlich verschärft. Um die reich gefüllte Naturschatzkammer buhlen Russland, die USA, Kanada, Grossbritannien und andere Anrainerstaaten. Viele von ihnen kündigten die Aufstellung von Schiffsverbänden für Polfahrten an.

Russland hatte als erster Arktis-Anrainer bei der UN-Kommission für die Grenzen des Kontinentalschelfs eine Abgrenzung seines Festlandssockels beansprucht, doch nur unzureichende Beweise dafür vorgelegt. Im August 2007 erreichte eine russische Expedition den Nordpol. In einer Rekordtiefe von 4261 Metern wurden im Nordpolarmeer Bodenproben genommen. Nach deren Auswertung gelangten die Forscher zu dem Schluss, dass der Lomonossow-Rücken geologisch zum russischen Festlandssockel gehört und daher Russland Rohstoffe auf einer Fläche von mehr als einer Million Quadratkilometer beanspruchen darf. Der neue Antrag soll noch 2013 bei der Uno eingereicht werden.

Quelle: RIA Novosti