„Auf Nordlandfahrt – 1896 von Hamburg nach Spitzbergen“ beleuchtet die Anfänge des Polartourismus in der Arktis. Die Historikerin und PolarNEWS Reisebegleiterin Sandra Walser nimmt die Lesenden dabei mit auf ihre Spurensuche im hohen Norden.

Das Buch führt uns in eine Zeit, als es speziell in der Arktis noch unbekannte Flecken auf der Landkarte gab. Im Sommer 1896 steuert der kleine Dampfer „Erling Jarl“ von Hamburg aus Spitzbergen an, am Rand der damals bekannten Welt. Es ist eine der ersten Vergnügungsfahrten in der Arktis und die 52 Passagiere an Bord gehören zu den ersten arktischen Touristen. Auf der Reise wird eine Walfangstation besucht, bis ins Packeis vorgedrungen und selbst ein Treffen mit dem schwedischen Polarforscher Salomon A. Andrée steht auf dem Programm. Andrée startet zu genau dieser Zeit seinen ersten Versuch per Gasballon den Nordpol zu überfliegen.

Das Basislager der legendären Expeditionvon Salomon A.auf Danskøya im Nordwesten Spitzbergens: Bei diesem Ölbild handelt es sich um das bekannteste Spitzbergen-Werk von Hans Beat Wieland. Das angeschnittene Schiff ist die Erling Jarl das andere die Virgo (dasExpeditionsschiff Andrées). Bild © Privatbesitz, Reproduktion: Dobiaschofsky Auktionen.
Das Basislager der legendären Expeditionvon Salomon A.auf Danskøya im Nordwesten Spitzbergens: Bei diesem Ölbild handelt es sich um das bekannteste Spitzbergen-Werk von Hans Beat Wieland. Das angeschnittene Schiff ist die Erling Jarl das andere die Virgo (dasExpeditionsschiff Andrées). Bild © Privatbesitz, Reproduktion: Dobiaschofsky Auktionen.

Begleitet wird die Kreuzfahrt vom nordischen Abenteurer und Kapitän Wilhelm Bade, der bei einer früheren Expedition ins Polarmeer anno 1869 im Packeis steckenblieb und zusammen mit der Mannschaft 200 Tage auf einer Eisscholle nach Süden driftete, bevor sie sich in Südgrönland an Land retten konnten. Der Kapitän gilt heute als Begründer des Polartourismus. Er erkannte eine Marktlücke und veranstaltete ab 1894 erste Norwegen- und Polarkreuzfahrten für ein bürgerliches und adeliges Publikum.

Mit an Bord der „Erling Jarl“ ist auch der junge Schweizer „Alpenmaler“ Hans Beat Wieland, der gar nicht so in die illustre Gesellschaft passt. Sein Interesse gilt nicht Frack und Champagner sondern der eindrücklichen Natur, die ihn auch stark an seine Heimat erinnert. Malend und schreibend dokumentiert er seine Reise.

120 Jahre später stösst die Autorin auf Wielands Erinnerungen. Das sorgfältig recherchierte Buch ist nicht nur eine spannende Entdeckungsreise durch die Geschichte des Polartourismus und die faszinierenden Landschaften, sondern überzeugt auch durch tolles historisches Bildmaterial. Die Begeisterung der Autorin für die polaren Regionen ist in ihren lebendigen Erzählungen deutlich spürbar.

 

Die Autorin:

Sandra Walser (1976) hat Geschichte und Filmwissenschaften studiert und war als freischaffende Journalistin und im Kulturmanagement tätig. 2004 verbrachte sie einen Monat in Island und Grönland. Sie war tief berührt von den extremen Landschaften, von den Menschen und ihren Geschichten und ist seither vom Polarvirus infiziert. Seit 2009 ist sie als Guide, Reisebegleiterin und Fotografin in den Polargebieten unterwegs, auch für PolarNEWS. Ihre Heimat zu Land ist Zürich.

 

Das Buch:

Sandra Walser: Auf Nordlandfahrt – 1896 von Hamburg nach Spitzbergen

NZZ Libro (Basel) 2018, ISBN 978-3-03810-367-7

176 Seiten, 64 Abbildungen, 16 x 24 cm, gebunden (Halbleinen)

UVP CHF 39 / EUR 39

www.nordlandfahrt.ch

 

Cover © Kaj Lehmann
Cover © Kaj Lehmann

Weitere Informationen zum Buch von Sandra Walser auf www.sandrawalser.ch