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Immer wieder kommt die Frage nach dem kältesten Ort der Erde. Ist es der Nord- oder Südpol. Im Süden ist es kälter als im Norden. Der unangefochtene Rekordhalter ist die Antarktis. Unvorstellbare -89,2 Grad Celsius zeigte das Thermometer am 21. Juli 1983 bei der russischen Antarktis-Station «Wostok»

Arktis Sonnenphänomen
Nordpol am 2. April 2011 bei einer Temperatur von -34 Grad Celsius.

«Der Südpol ist tatsächlich viel kälter als der Nordpol», sagt Bernhard Mühr vom Institut für Meteorologie und Klimaforschung in Karlsruhe. Am Nordpol herrschen minus 15 bis minus 20 Grad im Jahresmittel, am Südpol ist es sogar noch einmal etwa 20 Grad kälter. «Das liegt an der unterschiedlichen Höhenlage und dem Klimaumfeld am jeweiligen Ende der Welt», so Mühr.

Der Nordpol liegt auf Meereshöhe im eisbedeckten arktischen Ozean, der Südpol hingegen befindet sich rund 3000 Meter über Meer auf dem antarktischen Kontinent. Diese Höhenlage treibt die Temperaturen in der Südpolregion in die extremsten Werte auf unserem Planeten. Der Kälterekord liegt bei minus 89,2 Grad Celsius, gemessen am 21. Juli 1983 bei der 1957 errichteten sowjetischen Forschungsstation «Wostok», rund 1250 Kilometer vom Südpol entfernt.

Wostok Station
In der Antarktis-Station Wostok wurden am 21. Juli 1983 minus 89,2 Grad Celsius, gemessen

Noch ein weiterer Aspekt macht die Südpolregion zum Rekordhalter in Sachen Frost: «Die Gletscher liegen hier auf dem Festland der Antarktis, während das Eis am Nordpol auf dem Wasser schwimmt», sagt Mühr. Das vergleichsweise warme Wasser unter- und umspült also den äussersten Norden. Der Arktische Ozean wirkt dadurch wie eine gigantische Wärmflasche für den Nordpol. Hier setzen sich ausserdem gelegentlich mildere Luftmassen aus südlicheren Regionen durch. Im Sommer steigen die Werte dadurch sogar zeitweise über den Gefrierpunkt. Zudem liefert auch der in den hohen nördlichen Breiten des Atlantiks auslaufende Nordatlantik-Golfstrom noch Wärme. Die Eisscholle am Nordpol misst deshalb gerade einmal rund drei Meter. In der Südpolregion ist der Eispanzer bis zu 4750 Meter dick. Mildere Luftmassen aus niedrigeren Breiten schaffen es praktisch nie, bis zum Südpol vorzudringen.

Oimjakon
Oimjakon ist der kälteste bewohnte Ort der Erde und liegt im Osten von Russland.

Oimjakon kältester bewohnter Ort

Omjakon liegt im Nordosten Sibiriens und gilt als kältester, dauerhaft bewohnter Ort der Erde. In der kleinen Siedlung wohnen 800 Menschen. 1964 wurden in der Wetterstation Oimjakon -72,0 Grad Celsius gemessen, damit ist Oimjakon der «Kältepol aller bewohnten Gebiete der Erde» Das umliegende Hochland liegt durchschnittlich 750 Meter über Meer. Es ist nach Süden, Westen und Osten durch Gebirgszüge abgeschirmt. Dadurch können keine milden Luftmassen einströmen. Im Sommer sorgt das Kontinentalklima hingegen für Temperaturen bis zu 35 Grad plus.